Wieder in Schuss: Drei Ex-Soldaten restaurieren Homberger Kanone

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Wieder zurück an ihrem angestammten Platz: Die ehrenamtlichen Restauratoren Bernd Löbach (li.), Jürgen Kreuzberg (2. v. li.) und Manfred Haß (re.) gaben die Kanone offiziell an Bürgermeister Dr. Nico Ritz zurück. Foto: Klagholz

In über 180 Arbeitsstunden haben drei ehemalige Soldaten des Bataillons 55 die Kanone am Homberger Pulverturm aufwändig restauriert.

Homberg. Lange Jahre wachte sie über den Eingangsbereich in der Homberger Dörnberg-Kaserne. Als die Bundeswehr den Standort in der Kreisstadt aufgab, bekam die alte Kanone, Baujahr 1788, im Jahr 2005 einen neuen Wachposten. Seit elf Jahren steht sie schon in der Homberger Innenstadt vor dem Pulverturm.

Doch im Mai dieses Jahres war sie auf einmal verschwunden. Die historische Waffe wurde jedoch nicht gestohlen. Drei ehemalige Soldaten des Bataillons 55 nahmen sie in ihre Obhut, um der Kanone wieder zu altem Glanz zu verhelfen.

Manfred Haß (Oberstabsfeldwebel a.D.),  Jürgen Kreuzberg (Feldwebel a.D.) und Bernd Löbach (Feldwebel a.D.) liegt das 1,7 Tonnen schwere Stück mit den großen Holzrädern sehr am Herzen. So sehr, dass sie freiwillig auf die Stadt zugekommen sind und darum baten, die Kanone restaurieren zu dürfen. Nicht zum ersten Mal – bereits zum Hessentag 2008 hatten sich die drei ehemaligen Soldaten dem alten Schätzchen angenommen.

"Dieses Mal haben wir die Kanone allerdings grundlegend saniert und hoffen, dass in den nächsten zehn bis 15 Jahren keine Arbeiten mehr nötig sind", erklärte Manfred Haß bei der offiziellen Rückgabe an Bürgermeister Dr. Nico Ritz in der vergangenen Woche. Insgesamt über 180 Stunden Arbeit hätten die drei Männer investiert – alles ehrenamtlich.

Über so viel Engagement freute sich auch der Bürgermeister. "Wir haben dieses Angebot natürlich dankend angenommen. In Homberg gibt es eine Reihe historischer Schätze – die können wir aber nur erhalten, weil sich engagierte Bürger derer ehrenamtlich annehmen", betonte Ritz.

Dabei ließ die Stadt Haß, Kreuzberg und Löbach auch Unterstützung zukommen. "Sie haben für den Abtransport und die Rückführung der Kanone gesorgt. Außerdem wurde uns eine Werkstatthalle auf dem Bauhof zur Verfügung gestellt sowie Werkzeuge, Farben und Lacke", sagte Kreuzberg.

Zuerst habe eine gründliche Dusche für die knapp 230 Jahre alte Waffe auf dem Plan gestanden. "Nachdem wir den groben Dreck mit dem Hochdruckreiniger runtergespritzt hatten, ging es an die Schleifarbeiten. Danach wurde die Kanone mehrfach grundiert und dann kam Farbe drauf. An einigen Stellen mussten wir sechs Schichten Farbe auftragen", beschrieb Manfred Haß die Arbeitsschritte.

Und die vielen Arbeitsstunden der drei Homberger spiegeln sich im Erscheinungsbild des restaurierten Kolosses wider. Wie frisch vom Kanonenbauer geliefert, thront sie von nun an wieder in der Homberger Innenstadt vor dem Pulverturm.

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