Erste Planungen für Windkraftanlagenpark am Batzenberg bei Homberg vorgestellt

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Sie sitzen an einem Tisch (v.l.): Heinrich Hölscher (BI Gegenwind), Hans-Heinrich Behrens (Enercon), Helene Pankratz (Klimaschutzmanagerin), Bürgermeister Dr. Nico Ritz und Dr. Margit Kahlert (BIL).

In der vergangenen Woche wurden in einer Bürgerversammlung erste Pläne für Windkraftanlagen auf dem Homberger Batzenberg vorgestellt.

Homberg. Im Zuge der Energiewende sollen in Hessen zwei Prozent der Landesfläche für die Aufstellung von Windrädern bereitgestellt werden, deshalb wachsen vielerorts die modernen Windmühlen in den Himmel – nicht immer mit dem Wohlwollen der Menschen vor Ort.

Der Batzenberg bei Homberg wäre ein geeigneter Standort, deshalb beschloss die Stadtverordnetenversammlung bereits vor anderthalb Jahren eine Änderung des Flächennutzungsplans und wies für die Stadtteile Caßdorf und Lützelwig ein Sondergebiet für Windkraftanlagen aus. Für bis zu elf Windenergieanlagen (WEA) liegen nun erste Planungen vor. Sie betreffen sowohl die Gemarkung Homberg als auch Frielendorf.

Workshop Pro und Kontra: Klimaschutzmanagerin Helene Pankratz (2.v.l.) trägt die Argumente auf einem Plakat zusammen.

Am vergangenen Donnerstag wurden sie bei einer Bürgerversammlung in der Stadthalle vorgestellt. „Es ist ein großes Thema, das mit vielen Emotionen behaftet ist“, machte Bürgermeister Dr. Nico Ritz in seiner Begrüßung deutlich, „daher wollen wir das Verfahren so transparent wie möglich gestalten“.

Dr. Margit Kahlert vom Büro für Ingenieurbiologie und Landschaftsplanung (BIL) veranschaulichte anhand von Landkarten die Abstände zu den betroffenen Ortslagen. Darüber hinaus erläuterte sie die Untersuchungen zu möglichen Beeinträchtigungen der Tier- und Pflanzenwelt.

„Diese Anlagen werden jahrzehntelang Einfluss auf uns nehmen“: Heinrich Hölscher,Vorsitzender der Bürgerinitiative „Gegenwind Batzenberg“, warnt vor den Risiken durch die Windräder.

Im Vorfeld erstelle man Schall- und Schattenprognosen, so die Planerin, die optischen Veränderungen der Landschaft würden mithilfe einer Sichtfelddarstellung und einer Fotomontage vorstellbar gemacht. „Wir bitten sie um Hinweise auf empfindliche Stellen“, verwies Kahlert auf die Möglichkeit, bis zum 13. März Einwände im Rathaus einzureichen.

Hans-Heinrich Behrens von der Betreiberfirma Enercon stellte das vorgesehene WEA-Modell vom Typ E141 EP4 vor – es hat einen Rotordurchmesser von 141 Metern, eine Nabenhöhe zwischen 129 und 159 Metern und kann bis zu 4,2 Megawatt Leistung erbringen.

„Die Sache hier ist keine Momentaufnahme“, mahnte Heinrich Hölscher, „diese Anlagen werden jahrzehntelang Einfluss auf uns nehmen“, machte der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Gegenwind Batzenberg“ deutlich.

Unkalkulierbare Risiken für die Gesundheit der unmittelbar Betroffenen, Beeinträchtigungen für Fauna und Flora sowie den Wertverlust der Region als Tourismus-Standort führte er unter anderem an.

Im anschließenden Workshop trugen die Teilnehmer ihre Meinungen zu dem Großprojekt auf Plakatwänden zusammen – Risiken, Nutzen, Alternativen, Lösungsvorschläge und der Ausblick auf das weitere Verfahren lauteten die Überschriften.

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