„Wir sind auf orange“ - Tafel Homberg sucht Helfer im Fahr- und Sortierdienst

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Engagieren sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt: (v. li.) Birger Fey, Margret Artzt, Wilhelm Wittich, Dieter Werkmeister, Karlheinz Betz, Peter Laukner und Dieter Hoppe.

Noch kann die Tafel Homberg zwar normal funktionieren, doch kann sich dies krankheitsbedingt schnell ändern. Daher wird nun nach Ehrenamtlichen gesucht.

Homberg. Es ist eine tolle Möglichkeit für Bedürftige, bei der Tafel Lebensmittel zu erhalten – aber lange nicht selbstverständlich. „Wir sind auf orange“, veranschaulicht Margret Artzt, Geschäftsführung beim Diakonischen Werk im Schwalm-Eder-Kreis, die Lage der Mitarbeiter.

Aktuell beginnt die Altersspanne der vielen ehrenamtlichen Helfer bei 60 Jahren und geht bis 83. Dass sich vor allem junge Leute kaum bei der Hauptarbeit der Tafel einbringen können, liegt auch an den Arbeitszeiten. Um die überschüssigen Lebensmittel bei den Märkten der Region abzuholen, werden pro Woche neun Fahrten geleistet – alle vormittags.

„Es ist sehr abhängig von den Tagen, wie viele Lebensmittel bei den Märkten übrig bleiben und wie viel wir mitnehmen können. Die Speisen müssen auch vorsortiert werden“, erklärt Wilhelm Wittich, denn matschiges Obst muss nicht mitgenommen werden. Wittich ist seit einem Jahr Fahrer der Tafel und war zuvor 40 Jahre bei Edeka als Verkaufsleiter aktiv.

Sein Kollege Dieter Hoppe ist schon rund zehn Jahre bei der Tafel, organisiert jetzt die Fahrten und war zuvor Berufssoldat. Fahrer Karlheinz Betz arbeitete bei der Stadtsparkasse Borken und engagiert sich seit etwa 18 Monaten bei der Tafel. Das zeigt, dass die Ehrenamtlichen aus ganz unterschiedlichen Berufsfeldern kommen. Der ehemalige Bürgermeister von Frielendorf und nun auch einer der Fahrer, Birger Fey, lobt die gute Teamarbeit zwischen dem Fahr- und Sortierdienst: „Das ist praktizierte Solidarität – aus christlicher oder ethischer Überzeugung engagieren sich hier Menschen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Man hat ein gutes Verhältnis zueinander, egal mit wem man fährt.“

Sigrid Wagner (v. li.), Elizabeth Ganz und Rosa Pfoo sind im Sortierdienst der Tafel Homberg aktiv.

An einem Tag werden auch mal 50 bis 60 Kisten geschleppt. „Das ist anstrengende Arbeit“, kommentiert Fey. Beim Fahrdienst hätten auch mal Frauen gearbeitet, doch seien die Kisten auf Dauer zu schwer gewesen, wodurch dort nur noch Männer tätig sind.

Die 20 Fahrer und Beifahrer sind im Duo unterwegs zu den Märkten in Homberg, Borken, Knüllwald, Frielendorf, Schwarzenborn, Oberaula, Edermünde und Hertingshausen. Manchmal gibt es auch Sonderfahrten nach Schwalmstadt und Melsungen. „Durch altersbedingtes Ausscheiden, Urlaub und Krankheit braucht es aber mehr Leute, auch Springer“, erkennt Peter Laukner, der Älteste der Ehrenamtlichen.

Elizabeth Ganz ist seit dem Beginn der Tafel Homberg mit dabei und ist im Sortierdienst aktiv. „Ich sorge mit dafür, dass nicht so viel weggeschmissen wird und mache es, weil es Spaß macht und ich die Zeit habe“, erwähnt die ehemalige Postangestellte.

Hauptsächlich sucht die Tafel Fahrer und Sortierer, doch auch an anderen Stellen ist jede Hilfe gerne gesehen. Wer mal in einer oder mehreren Positionen reinschnuppern will, kann mit der Tafel einen Termin vereinbaren. „Jeder Neuzugang entspannt die Arbeit des Teams“, weiß Artzt, „sich präventiv um neue Helfer zu bemühen, ist besser, als den Dienst der Tafel irgendwann einstellen zu müssen.“ So kann es auch schon genügen, einmal in der Woche auszuhelfen.

Kontakt: 

Peter Laukner

Mobil: 0160-2847532

info@tafel-homberg.de

EXTRA INFO Tafel Homberg

Seit Juni 2005 verteilt die Tafel Homberg Lebensmittel, die noch zum Verzehr geeignet sind, an Menschen mit geringem Einkommen. Diese Lebensmittel würden sonst weggeworfen. Damit ist die Arbeit der Tafel ein wichtiger Beitrag, um soziale Notlagen zu mildern, nimmt die Politik aber nicht aus ihrer Verantwortung. 485 Kunden nutzen das Angebot der Tafel und es gibt eine Warteliste.

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