,Ich kann alles – ich bin Gott!’

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Treysa. Satiriker Thomas Gsella nimmt kein Blatt vor den Mund.

Treysa. Er ist schon ein Dauergast in der Schwalm, denn bereits zum siebten Mal trat Thomas Gsella in der Gaststätte Specht auf. Mit seinen witzig-ironischen Texten begeisterte er sein Publikum auch bei diesem Besuch. "Achtung, hier kommt der Weihnachtsmann", hieß sein Programm und war eine Mischung aus komischer Lyrik, spöttischen Geschichten und Auszüge aus seinem Schaffen beim Satire-Magazin "Titanic".

Er kann auch Weihnachten

16 Jahre lang war er Mitglied der Redaktion, davon drei Jahre auf dem Chefsessel. Daher war der Aschaffenburger bereits drei Mal mit der "Titanic-Boygroup" in der Kultur-Kneipe zu sehen und vor allem zu hören. "Kannst du auch Weihnachten", habe ihn sein Agent gefragt, worauf er bescheiden geantwortet habe: "Klar, ich kann alles - ich bin Gott". Den Zuschauern trat er sofort den Beweis dafür an und "verwandelte Wasser in Wein" – zumindest auf der Leinwand. Ein häufiges Ziel seines Spottes waren religiöse Themen, wobei er vor allem auf das "Bodenpersonal" abzielte. Mit einer Reihe von Titelbildern, häufig mit dem Papst in zweideutigen Situationen, sorgte er für Heiterkeit im Saal. Ein weiteres Bild zeigte ein Kruzifix mit dem Untertitel: "Ich war eine Blechdose". Dagegen habe allerdings nicht die Kirche geklagt, so der Satiriker, sondern die Weißblechindustrie. "Wir schreiben lieber selbst", erklärte der 55-Jährige, als er Auszüge aus der regelmäßigen Rubrik "Briefe an die Leser" vortrug. "Sie ist agil und sehr mitteilungsbedürftig", sagte er beispielsweise über die Autorin Uta Ranke-Heinemann, aus diesem Grund setze sie sich im Flugzeug immer zwischen internationale Gäste, um ihre Vielsprachlichkeit unter Beweis zu stellen. "Gewalt gegen Ausländer hat eben viele Gesichter", lautete Gsellas Erkenntnis. ^

Im Gedicht-Zyklus "Heilige" bekamen unter anderem Margot Käßmann ("..die Ampel rot, die Käßmann blau.."), der orthodoxe Patriarch Kyrill und Ex-Innenminister Hans-Peter Friedrich ("Bester Heiliger des Abends") ihr Fett weg. Bei der Geschichte über seinen nervigen Nachbarn, der ständig Zettel mit Beschwerden in seinen Briefkasten wirft, untermalt er dessen offensichtlich zu häufig verwendeten Anführungszeichen mit der Fingergeste für "Gänsefüßchen". Der Livebericht vom Besuch einer Vernissage, bei der er das Sekt-Angebot in vollen Zügen genoss, sorgte für Tränen in den Augen der amüsierten Zuschauer. "Danke fürs Zuhören, aber jetzt müssen sie wieder in ihr trostloses Leben zurück", verabschiedete sich Thomas Gsella nach gut zwei Stunden purem Satire-Vergnügen.

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