,Ich mach den Obama von Fritzlar’: Bürgermeister-Kandidat Mantei siegessicher

+

Fritzlar. Auf die Frage, warum er Bürgermeister werden will, zögert Bernhard Mantei  keinen Augenblick. "Das ist mein Auftrag, meine Intuition

Fritzlar. Auf die Frage, warum er Bürgermeister werden will, zögert Bernhard Mantei  keinen Augenblick. "Das ist mein Auftrag, meine Intuition ," sagt der 63jährige Diplom Supervisor wie selbstverständlich.

"Ich lebe diese Stadt, ich liebe diese Stadt. Ich bin hin und her getingelt. Ich wollte weg. Aber ich musste immer zurückkommen. Fritzlar ist das Herz Deutschlands", erklärt Mantei seine enge Bindung zur Domstadt.

Der Tausendsassa spricht gerne über seine Vergangenheit, über Reisen nach San Francisco, über Fernsehauftritte und prominente Freunde und ehemalige Freunde.

"Ich war der Schattenbürgermeister von Reinhold Koch (Anmerk. d. Red.: Vorgänger des aktuellen Bürgermeisters)," sagt er laut, angesprochen auf seine Vorkandidatur. Auf die Frage , warum er damals nicht gewonnen habe, antwortet er: "Ach damals hat mich doch keiner gekannt. Heute bin ich weltweit bekannt."

Er kandidiert wieder, weil er "die Kulturen versöhnen" will. "Ich habe das Fritzlarer Modell zur Lösung der sozialen Probleme entwickelt," sagt der ehemalige Diakon.

Er spricht über seine Vorstandsarbeit beim deutschen Rockmusikerverband, der ihn im Dezember für sein Engagement ehren wird, über die Gründung der Grünen. "Ich bin Gründer der Grünen, Bölling war mein Praktikant," sagt der parteilose Kandidat.

Nicht hinterm Geld her

"Ich habe meine Spuren hinterlassen – demokratisch", betont der diplomierte Sozialpädagoge. Ich habe Demokratie in diesem Kreis gelehrt", erklärt er sein politisches Credo. "Wer hat bei mir demokratisches Verständnis gelernt? Dr. Edgar Franke!", beantwortet er die selbstgestellte Frage selbst.

Mantei hält sich für den besten Kandidaten: "Ich hab die bessere Bildung. Ich bin der bessere Kandidat, weil ich menschlich bin – ich bin sozial, zum Anfassen. Mit mir kann man Fußballspielen und Singen. Wer ist wirklich unabhängig? Ich!"

Aufgrund von Versicherungsstreitigkeiten bezüglich eines Hagelschadens an seinem Haus, dass er liebevoll "Arche Noah, das Künstlerhaus Fritzlars" nennt, hat Mantei finanzielle Probleme. "Ich mache keinen Wahlkampf, ich hab kein Geld", sagt er ehrlich. Doch Kasseler Freunde sammeln bereits Geld für seine Kandidatur.

"Ich bin der einzige, der nicht hinterm Geld her ist," fällt ihm ein weiterer Grund ein, ihn zu wählen. Auf der Straße grüßt er die Passanten: "Wer wird der nächste Bürgermeister?" "Du," ist eine Antwort. Eine andere lautet: "Das weiß ich nicht, das werden die Wähler entscheiden."

Mantei setzt auf seine Ausbildung, seine Empathie. "Die modernen Bürgermeister sind alle Moderatoren. Und ich bin der geborene Moderator," sagt der Vater dreier Kinder von drei verschiedenen Frauen.

Doch der ehemalige Sozialarbeiter will erst einmal ausspannen. Nach einer psychiatrischen Begutachtung in Wabern möchte er eine Kur beantragen.

"Ich gehe zur Kur in die beste Klinik der Welt – um fit zu sein," sagt er. Dass er ausgebrannt ist, will man ihm kaum glauben. Er erzählt von seinem Facebook-Account: "Ich mach den Obama von Fritzlar". Über 800 Freunde hat er dort.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Ellenberg: Guxhagener Katzenhilfe rettet Taubenküken

Die Tauben waren bei Baumschnittarbeiten aus dem Nest gefallen.
Ellenberg: Guxhagener Katzenhilfe rettet Taubenküken

Kreis erhält 720.000 Euro für die Sanierung des Europabad in Treysa

Das Schwimmbad in Schwalmstadt profitiert vom hessischen Förderprogramm SWIM.
Kreis erhält 720.000 Euro für die Sanierung des Europabad in Treysa

Vorhang auf fürs Autokino auf dem Haaßehügel 

Am 21. und 22. August heiß es noch einmal "Vorhang auf für Autokino".  Nach dem Erfolg im Mai gibt es Ende August „Bohemian Rhapsody“ und „25 km/h“ zwei weitere …
Vorhang auf fürs Autokino auf dem Haaßehügel 

Beim Projekt "Sterntaler" gab es nur Gewinner

Schwalmstadt sei eine der schönsten Städte gewesen, die sie bei ihrer Tour auf Grimms Spuren von Kassel bis nach Hanau gesehen haben. Deshalb kamen Neele Rother und …
Beim Projekt "Sterntaler" gab es nur Gewinner

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.