„Ihr braucht einen Marketing-Chef!“

Experte Christian Klotz gibt Tipps fr Stadtentwicklung (1) Von JOCHEN SCHNEIDERHomberg. Die Innenstadt beleben, Geschftsleute und Ku

Experte Christian Klotz gibt Tipps fr Stadtentwicklung (1)

Von JOCHEN SCHNEIDERHomberg. Die Innenstadt beleben, Geschftsleute und Kunden in die Altstadt locken und nicht in die Auenbereiche lotsen. Fr Frequenz sorgen. Das sind Ziele, die alle Homberger Politiker im Auge haben mssen, wenn sie ihre Stadt nach vorn bringen wollen. Es gibt aber unterschiedliche Rezepte, das zu erreichen. Da kann es hilfreich sein, wenn ein neutraler Experte von Auen draufschaut. Als Christian Klotz im Oktober mit seinem Impulsreferat fr allgemeine Begeisterung und Aufbruchstimmung gesorgt hat, ist das geschehen. Inzwischen ist die Fugngerzone am Marktplatz vorbergehend wieder fr den Verkehr frei gegeben. Eine weitere Mglichkeit, die derzeit bei der WeGe hei diskutiert wird: Die Grndung einer Stadtmarketinggesellschaft oder eines Stadtmarketingvereins. Beide Varianten htten einen Geschftsfhrer oder Vorsitzenden, der sich Vollzeit einbringt. Klotz: Er muss mindestens sechs Stunden am Tag arbeiten, davon hchstens zwei im Bro. Den Rest der Zeit muss er in der Stadt unterwegs sein. Viele vergleichbare Mittelzentren haben bereits einen Vollzeit-Marketingchef. Positive BeispieleKlotz nennt Kleinstdte in Sdtirol (Bozen, Meran, Brixen) als besonders vorbildlich. In Deutschland sei es der sdliche Schwarzwald mit Offenburg, Kehl und Weil am Rhein oder etwa Haltern.Und Stadtmarketing-Experte Christian Klotz empfiehlt den Verantwortlichen in der Stadt an der Efze, sich das gut zu berlegen. Denn: Ein ehrenamtlicher Vorsitzender habe nicht so viel Zeit. Und der Brgermeister Martin Wagner war Marketingchef in Spangenberg sei politisch vorbelastet. Das hindere die Opposition an einer wirklich konstruktiven Mitarbeit. Nicht nur EventplanungEin junger Uni-Absolvent fr BWL, Wirtschaftsgeographie oder Event-Marketing knne gnstig zu haben sein. Oder ein Pensionr, der einmal ein Kaufhaus oder hnliches geleitet hat. WeGe-Vorsitzender Mike Trinkus hat folgende Meinung dazu und berichtet aus seinen Erfahrungen: Als ehrenamtlicher Vorsitzender mit Familie und Geschft knne er nicht mehr leisten als Veranstaltungen zu planen. Zu einem erfolgreichen Stadtmarketing gehre aber mehr. Da sind sich Trinkus und Klotz einig.

Trinkus: Ein Profi kostet allerdings etwa 50.000 Euro Gehalt pro Jahr. Zum Vergleich: Die WeGe nimmt jhrlich an Beitrgen von ihren 80 Mitgliedern etwa 16.000 Euro ein. Sie kann den Finanzbedarf alleine keineswegs stemmen. Zur Finanzierung sagt Klotz: Das muss aufgeteilt werden. 5.000 bis 7.000 Euro pro Monat mssten rein kommen.

Fnf bis zehn Euro von jedem Hausbesitzer pro Quaratmeter Flche und Monat, von Geschftsleuten pro Mitarbeiter. Das sollte es laut Klotz jedem Wert sein, den Mietspiegel oder Umsatz deutlich zu erhhen. Die Stadt als Mitglied msse den monatlichen Geldfluss verdoppeln. Das Geld msse zu 50 Prozent in Medien-Verffentlichungen gesteckt werden, die das nahe Umland erreichen. 20 Prozent fr ein wchentliches Event und 20 Prozent fr Schulung und Motivation der Beteiligten nennt Klotz. Selbstbewusst dran gehenDer Marketing-Chef msse wesentlich mehr tun als Veranstaltungen planen: Das Verkehrsleitsystem und gleichmige Geschftsffnungen kontrollieren, ebenso die Schaufensterbeleuchtung bis 22 Uhr, die Sauberkeit in der Stadt und in den Hotels im Auge behalten, Vermieter und Geschftsleute zusammen bringen. Klotz abschlieend: Das muss ein selbstbewusster Mann sein, der sich von Autoritten nicht abschrecken lsst und auch mal gegen den Strom schwimmt.

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