Im Schwalm-Eder-Kreis stinkt es -Bürger sind verärgert: Volle Bio-Tonnen bleiben oft tagelang stehen

Sorgt für viel Frust: Um die Biotonne gibt es im Schwalm-Eder-Kreis jede Menge Ärger. Die Maden ungeleerter Behälter krabbeln vielerorts aus der Tonne.
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Sorgt für viel Frust: Um die Biotonne gibt es im Schwalm-Eder-Kreis jede Menge Ärger. Die Maden ungeleerter Behälter krabbeln vielerorts aus der Tonne.

Schwalm-Eder-Kreis. Vor einem Monat wurde sie im Schwalm-Eder-Kreis eingeführt. Und sorgt seitdem für Ärger: Die Biomülltonnen. Denn viele von ihnen bleiben tagelang ungeleert stehen. Eigentlich sollen sie alle 14 Tage geleert werden, doch oft werden nicht nur einzelne Häuser im Landkreis, sondern ganze Straßenzüge vergessen.

Seit der Umstellung der Müllabfuhrauf das Unternhemen RMG Rohstoffmanagement GmbH gibt es Probleme mit der Leerung. In sozialen Medien machen viele Leute ihrem Ärger Luft und auch der EXTRA TIP bekam zahlreiche Anrufe, in dem Leser auf das Müllproblem aufmerksam machten.

„Es stinkt gewaltig. Unsere Tonne ist mit Maden und Fliegeneiern übersät, sie laufen schon an der Tonne runter“, so der Tenor. Nachleerungstermine werden oft nicht eingehalten berichten beispeilsweise Bewohner aus Schwalmstadt, Melsungen und Malsfeld.

Hinzu kommt: Viele Leute sind sauer, weil sie nach Leerung die Biotonne immer reinigen müssen, um die restlichen Maden loszuwerden.

Dementsprechend sammeln sich natürlich auch in den Rathäusern und beim Abfallzweckverband der Abfallwirtschaft Schwalm-Eder (ZVA) die Beschwerden.

„Die Telefone stehen nicht still“, berichtet ein Rathausmitarbeiter. Für die Gemeinde-und Stadtverwaltungen ist das natürlich nervig, denn: Sie können die Beschwerden nur an das neu beauftragte Unternehmen RMG und an den ZVA weitergeben.

Als Grund für den schlechten Start habe RMG angegeben, dass Fahrzeuge mit technischem Defekt ausgefallen seien und die eingesetzten Fahrer nicht über die passende Ortskenntnis verfügt haben sollen. Nun gebe es Verstärkung – sowohl im technischen, als auch im personellen Bereich.

Aus dem Landratsamt war zu hören, dass Winfried Becker dem Unternehmen bereits eine Ersatzvornahme durch ein Fremdunternehmen angedroht habe, falls die Reklamationen nicht abnehmen.

Ein Rathausmitarbeiter fasst die angespannte Situation mit folgenden Worten zusammen: „Man sollte halt nicht immer dem günstigsten Angebot den Zuschlag geben Aber vielleicht verbessert sich die Lage ja jetzt endlich.“ In Malsfeld-Beiseförth war das am späten Samstagnachmittag der Fall: Dort wurde endlich nachgeleert

Die ZVA bittet darum, Beschwerden nicht an die Kommunen zur richten, sondern an die ZVA-Telefonnummer 05683/999038 oder per e-mail an info@zva-sek.de oder an das Unternehmen direkt: 05683/4429900, sek@rmg-gmbh.de. Ungeleerte Mülltonnen solle man weiter stehen lassen.

Herbert Vaupel verärgert wegen Müllabfuhr – CDU-Kritik strotzt vor Unkenntnis

„Ich bin stocksauer, mir stinkt es im wahrsten Sinne des Wortes. Die aktuelle Situation der Müllentsorgung im Kreis ist eine Zumutung für die Bürgerinnen und Bürger. Zu Recht häufen sich die Beschwerden über nicht abgeholten Müll. Die
Bürgerinnen und Bürger zahlen mit der Abfallgebühr für eine zuverlässige und regelmäßige Dienstleistung. Diese haben wir mit dem dringend erforderlichen neuen Entsorgungsvertrag beauftragt und ich erwarte eine umgehende, vollständige Vertragserfüllung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern“, so das Statement von Herbert Vaupel, Stellvertretender Vorsitzender des Abfallzweckverbandes und Malsfelder Bürgermeister.

Zum Hintergrund: Grundsätzlich sind die Städte und Gemeinden nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz für die Einsammlung und den Transport des Abfalls zuständig. Um diese Aufgabe erfüllen zu können und die Kosten für die Bürgerschaft möglichst gering zu halten, haben sie sich im Abfallzweckverband, mit Unterstützung des Schwalm-Eder-
Kreises, zusammengeschlossen. Der Vorstand besteht aus allen 27 Bürgermeistern und dem Landrat als gewählten Vorsitzenden. Die Städte und Gemeinde leiten auch die eingezogenen Abfallgebühren an den Zweckverband weiter und nicht an den Schwalm-Eder-Kreis, wie in der Pressemeldung der CDU-Kreistagsfraktion fälschlich behauptet.

Da den Mitgliedern des Abfallzweckverbandes die unzureichende Situation im Kreisgebiet bekannt ist, wurde eine entsprechende Nachbesserung der Fehlleistungen in einem Interventionsgespräch mit Vertretern der Rohstoffmanagement GmbH (RMG) als zuständigen Dienstleister durch den Zweckverband Abfallwirtschaft am 15. Juli 2021 eingefordert und eine Ersatzvornahme des Abtransports durch einen anderen Dienstleister für Montag, 19. Juli 2021, angedroht. Aufgrund der Kurzfristigkeit konnten aber weder andere Firmen noch die Abfallentsorger der Nachbarlandkreise Kassel oder Marburg-Biedenkopf Ersatzabholungen im Kreisgebiet durchführen. Es wurde jedoch eine Firma mit der Ersatzvornahme beauftragt, die diese Leistung jedoch erst in drei Wochen erbringen kann.

„Wir hoffen jedoch, dass RMG die Situation bis dahin im Griff hat. Um eventuell weitere notwendige Maßnahmen einzuleiten, wird der geschäftsführende Vorstand – trotz Urlaubszeit – am 16. August zu einer Sondersitzung zusammenkommen,“ so Vaupel weiter.

Und er fügt hinzu: „Es ist allerdings naiv anzunehmen, dass allein durch eine Vertragskündigung mit dem aktuellen Dienstleister eine Verbesserung der Situation für die Bürgerinnen und Bürger im Schwalm-Eder-Kreis herbeigeführt werden kann, wie die CDU und ihre Bundestagskandidatin dies fordern. Wir müssen uns an Recht und Gesetz halten.

Das sollte eine Juristin wissen. Wegen der Zuständigkeiten wäre der CDU-Kreistagsfraktion zu raten, sich einmal mit den Rechtsgrundlagen auseinanderzusetzen, beziehungsweise sich bei den, der CDU angehörenden Bürgermeistern, zu erkundigen. Ich appelliere, mit der unbefriedigenden Situation keinen Wahlkampf zu machen, da alle Beteiligten bemüht sind, das Problem schnellstmöglich zu lösen.“

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