Internet durchs Wasserrohr

Melsungen. Mit rund 34.000 Euro fördert das Land den Anschluss der Melsunger Ortsteile Adelshausen, Günsterode, Kehrenbach, Kirchhof und Röhrenfurt

Melsungen. Mit rund 34.000 Euro fördert das Land den Anschluss der Melsunger Ortsteile Adelshausen, Günsterode, Kehrenbach, Kirchhof und Röhrenfurth ans schnelle Internet.

1.300 Haushalte

Den entsprechenden Förderbescheid übergab Wirtschaftsminister Dieter Posch am Mittwoch an Bürgermeister Dieter Runzheimer. Damit bekommen knapp 3.000 Menschen in fast 1.300 Haushalten die Möglichkeit für einen Zugang zum Breitbandnetz. "Schnelles Internet ist heute für Bürger und Unternehmen eine unerlässliche Infrastruktur. Deshalb treiben wir die flächendeckende Erschließung unseres Landes voran", sagte der Minister.

In Melsungen werden derzeit zwei verschiedene Varianten realisiert: Für die Ortsteile Röhrenfurth, Schwarzenberg und Günsterode wird der schnelle Internetzugang über Richtfunk möglich sein. Bei der sogenannten "Hybrid-Lösung" wird das Datensignal zunächst per Funk an einen Knotenpunkt im Ort gesendet und von dort über das vorhandene Telekom-Kabel in die einzelnen Haushalte weiter geleitet. "Diese Lösung ermöglicht zwar höhere Datenübertragungsraten", so Bauamtsleiter Martin Dohmann, "ist aber in ihrer Leistung begrenzt".

Eine andere Variante gibt es für Adelshausen und Kirchhof. "Durch alte Wasserleitungen wird ein Leerrohr bis in die Ortsteile geschoben", erklärt Dohmann, "in dieses Leerrohr wiederum kommen dann die Internetleitungen".

So könnten auch Glasfaserleitungen verlegt werden, die fast unbegrenzte Datenmengen bewältigen können. "Das ist das Modell zur Zukunft", so der Bauamtsleiter, weshalb die Stadt bei allen zukünftigen Straßenbauarbeiten ein solches Leerrohr verlegen will.

Unterdeckung auf dem Land

Anders als in großen Städten, ist für die Telekommunikationsunternehmen der Aufbau von Breitbandnetzen in kleinen Ortschaften oft nur mit einem öffentlichen Zuschuss interessant. An dieser sogenannten "Unterdeckung" beteiligt sich das Land mit 60 Prozent. Posch lobte die in Melsungen gefundene Lösung: "Durch die Nutzung vorhandener Infrastrukturen wird die Grundversorgung sehr kostengünstig und besonders nachhaltig erreicht. Die Kombination von Richtfunk und Glasfaserkabel schafft eine ausbaufähige und langlebige Infrastruktur."

Die Gesamtkosten für den Anschluss der Ortsteile belaufen sich nach Angaben von Bürgermeister Runzheimer auf rund 125.000 Euro. Bis Ende des Jahres soll alles fertig sein. Vertragspartner der Stadt ist die Firma OR Network aus Reiskirchen-Winnerod. Sie wird den Kunden in den Ortsteilen Verträge zur Nutzung des Breitbandnetzes anbieten.Nach Auskunft der Firma beträgt deren Mindestlaufzeit ein Jahr. Die einmalige Anschlussgebühr liegt je nach Laufzeit zwischen 69 und 129 Euro, die monatlichen Kosten liegen je nach Leistung zwischen 22 und 49 Euro .

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