Jobcenter-Projekt „Auszeit für Gesundheit“ soll Kunden fit für den Arbeitsalltag machen

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Stellten das neue Programm vor (stehend v. li.): Andreas Schnücker (Projektleiter im Jobcenter Schwalm-Eder), Karl-Otto Cyriax (Geschäftsführer PSZ Psychosoziales Zentrum Schwalm-Eder-Nord), Friedhelm Oehler (Diplom-Sozialarbeiter, OIKOS Sozialzentrum), Wolfgang Scholz (stellvertretender Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft), Erster Kreisbeigeordneter Jürgen Kaufmann, Uwe Kemper (Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Korbach), Dr. Pia Hoppe (Verbundkoordinatorin, KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf) sowie (sitzend v.li.) Hans-Gerhard Gatzweiler (Geschäftsführer Jobcenter Schwalm-Eder) und Gabriele Muhs-Boländer (Trainerin und Coach bei GSM).

Das neue Projekt – finanziert aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales – ermöglicht es Kunden ab 40 Jahren nun, sich mit professioneller Unterstützung der eigenen Gesundheit zu widmen. Die Teilnehmer durchlaufen dabei drei Phasen.

Schwalm-Eder. Bei geschätzt 40 Prozent der Kunden im Jobcenter Schwalm-Eder liegen dauerhafte gesundheitliche Einschränkungen vor, die einer Arbeitsaufnahme im Weg stehen. „Wir können solche gesundheitlichen Gründe oftmals nur vermuten und selbst wenn uns der Kunde diese mitgeteilt hat, waren unsere Unterstützungsmöglichkeiten bislang begrenzt“, sagte Geschäftsführer Hans-Gerhard Gatzweiler.

Ein neues Projekt – finanziert aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales – ermöglicht es Kunden ab 40 Jahren nun, sich mit professioneller Unterstützung der eigenen Gesundheit zu widmen. „Für das Projekt „Auszeit für Gesundheit haben wir in unseren Räumlichkeiten ein Team aus Fachpersonal neu aufgebaut. Dieses berät und begleitet die Kundinnen und Kunden dabei, wieder fit für den Arbeitsmarkt zu werden. Selbstverständlich ist die Projektteilnahme freiwillig“, erklärte Andreas Schnücker, Projektleiter im Jobcenter Schwalm-Eder.

Jürgen Kaufmann, Erster Kreisbeigeordneter, fügte hinzu: „Ich freue mich, dass das Jobcenter Schwalm-Eder und seine Projektpartner für ihr Konzept die Förderzusage erhalten haben, zumal das Bundesarbeitsministerium weniger als die Hälfte der knapp 70 eingereichten Projektskizzen berücksichtigt hat.“

Drei Phasen der Auszeit

In der „Intensivphase“, die bis zu sechs Monate dauern kann, geht es für die Teilnehmer zunächst darum, den Gesundheitszustand festzustellen und die Erwerbsfähigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen. So könnten beispielsweise gesundheitsfördernden Angebote wahrgenommen werden. In der anschließenden Stabilisierungsphase – maximal zwölf Monate lang – werden dann erste Schritte in Richtung Arbeitsaufnahme unternommen. Auch bei einer Arbeitsaufnahme werden die Projektteilnehmer in einer „Sicherungsphase“, die wiederum maximal sechs Monate dauert, weiterhin zu gesundheitlichen Themen gecoacht und beraten.

Neue „Zentren für Gesundheit“

Direkt in seinen Gebäuden hat das Jobcenter Schwalm-Eder vier „Zentren für Gesundheit“ eingerichtet. Dort werden die Kundinnen und Kunden während der gesamten Projektlaufzeit von sogenannten „Gesundheitslotsen“ beraten, wie sie ihren Gesundheitszustand verbessern können. Unterstützung erhalten Sie dabei von einer Ärztin sowie einer Psychologin, die für das Projekt ebenfalls neu angestellt wurden.

Weitere Unterstützung durch regionale Partner

Je nach gesundheitlicher Situation können bei Bedarf und nach Absprache weitere Partner hingezogen werden: Das Psychosoziale Zentrum Schwalm-Eder-Nord, das OIKOS Sozialzentrum, die GSM Training & Integration GmbH sowie die Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder bieten zusätzliche spezifische Beratung sowie verschiedene Gruppenangebote an – etwa zu den Themen Ernährung und Bewegung.

Verbundpartner in den benachbarten Landkreisen

Durchgeführt wird das Projekt im Verbund mit dem KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf und dem Jobcenter Waldeck-Frankenberg. „Ziele und Aufbau der „Auszeit für Gesundheit“ sind immer gleich, in der Praxis unterscheidet sich die Durchführung des Projekts daher nur in Details“, erläuterte Schnücker. So seien etwa die Räumlichkeiten für die „Auszeit für Gesundheit“ im Jobcenter Waldeck-Frankenberg, das wie das Jobcenter Schwalm-Eder zum Bezirk der Agentur für Arbeit Korbach gehört, an den Standorten des Kreisverbandes der Treffpunkte angesiedelt, nannte Uwe Kemper, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Korbach, als Beispiel.

„Für den Landkreis Marburg-Biedenkopf haben wir außerhalb des Jobcenters ein „Zentrum für Gesundheit, Prävention und Teilhabe“ geschaffen, womit wir die Hemmschwelle zur Teilnahme senken wollen“ ergänzt Verbundkoordinatorin Dr. Pia Hoppe vom KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf.

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