Kampf der Giganten: Medimax und Euronics XXL drängen nach Fritzlar

Schwalm-Eder. Viel Aufsehen gab es über die geplante Ansiedlung eines Elektronikmarktes der Medimax-Kette. Zur Erinnerung: Der Markt wäre mit 1.400

Schwalm-Eder. Viel Aufsehen gab es über die geplante Ansiedlung eines Elektronikmarktes der Medimax-Kette. Zur Erinnerung: Der Markt wäre mit 1.400 Quadratmeter Verkaufsfläche einer der größten Märkte in Nordhessen. Nun steigt ein weiterer Marktbetreiber in den Ring, um den begehrten Standort Fritzlar: Euronics XXL.

Im Gegensatz zur Medimax-Ansiedlung ist hier bekannt, wer den Markt betreiben möchte: Der Borkener Euronics XXL-Eigentümer Marko Körner.

"Ich habe  an eine Zeitungsente geglaubt," sagt er in Hinblick auf den Medimax-Artikel in den Heimat-Nachrichten. Dass sowohl der Bürgermeister, als auch das Fritzlarer Stadtparlament mit der Sache betraut sind, beeindruckt ihn wenig: "Ich glaube eigentlich nicht daran, dass Medimax kommt." Körner setzt auf seinen Geschwindigkeitsvorteil. Denn er will nicht neu bauen, sondern sucht eine geeignete leer stehende Fläche in Fritzlar. "Ich stehe schon in Verhandlungen", flohlockt er. "Wenn ich zuerst da bin, dann kommen die erst gar nicht", ist sein Kalkül im Wettstreit mit dem Elektroriesen. Für ihn kommt es jetzt darauf an, wer das geplante Medimax-Center betreiben soll. Ist es ein Betreiber wie er, ist er sich sicher, dass der sein Vorhaben zurückziehen wird. Sollte es die Medimax-Zentrale selbst sein, schwindet die Zuversicht.

Euronics XXL liegt vorn

Es ist ein spannendes Rennen, denn es geht um eine Menge Geld. Alleine die Erstaustattung der Märkte mit Ware ist eine finanzielle Kraftprobe. Branchenkenner gehen davon aus, dass bei einer Verkaufsfläche von 1.000 Quadratmetern rund 800.000 Euro Ware nötig sind, um die Regale zu füllen. Bei dem geplanten Medimax-Vorhaben wären dieser Rechnung zufolge 1.120.000 Euro nur für Ware erforderlich.

Ganz abgesehen davon, dass ein Bau in dieser Größenordnung weitere 1.360.000 Euro verschlingen könnte, so die Auskunft eines Architekturbüros, das mit solchen  Bauten des häufigeren schon betraut war. Dazu kommt die Freifläche mit geschätzten Kosten von 183.000 Euro.

Körner ist sich sicher, dass sich der Aufwand, gerade auch in Hinblick auf das kommende Saturn im  neuen Ratio-Center, nicht lohnt.

Ein anderer Faktor ist die Zeit. Körner braucht, ein passendes Gebäude vorausgesetzt, vier Wochen, dann steht sein Markt. Der Bau am Paderborner Ring würde nach geschätzten Angaben eines auf Großmärkte spezialisierten Büros etwa vier Monate dauern. Dazu kommen Planungs- und Antragszeiten von drei bis vier Monaten. Die Vorteile auf Medimax-Seite wären: Viel Platz und eine Toplage direkt am Autobahn-Zubringer.

Größe gegen Kosten

Es kann vermutet werden, dass Körners Markt unter 800 Quadratmeter Verkaufsfläche bleiben wird. Fritzlars Bauamtsleiter Berthold Menges: "Über 800 Quadratmetern Fläche bräuchte der Betreiber eine Sondergebiets-Ausweisung und die ist bei uns bisher nicht beantragt worden".

Neben dem niedrigeren Kosteneinsatz auf Seiten Körners läge bei Medimax die größere Auswahl auf der Waagschale: 1.400 Quadratmeter sind nun einmal 75 Prozent mehr Verkaufsfläche. "Gutes Personal habe ich aus dem Stehgreif," sagt Marco Körner. Gerüchten zufolge hat er schon erste Gespräche diesbezüglich geführt.

Im November ist nach Aussage von Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange voraussichtlich das Einzelhandelsgutachten bezüglich des Mediamax-Projektes fertig. Dort wird wohl kaum drinstehen, ob die Region zwei große Märkte auf so kurzer Distanz verträgt.

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