Kleine Steine gegen das Vergessen

Von CHRISTINA WOLTERSMelsungen. Viele Melsunger waren gekommen, um Gunter Demnig bei seiner Arbeit, dem Verlegen von Stolpersteinen, zuzusehen.

Von CHRISTINA WOLTERS

Melsungen. Viele Melsunger waren gekommen, um Gunter Demnig bei seiner Arbeit, dem Verlegen von Stolpersteinen, zuzusehen. Eltern, die ihren Kindern erklren wollen, was der Holocaust war und junge Erwachsene, die den Nationalsozialismus und seine Verbrechen in der Schule aufgearbeitet haben. Mitten unter ihnen stehen auch alte Menschen. Zeitzeugen, die mit den Namen in den Messingplatten die Gesichter ehemaliger Mitbrger verbinden knnen.

Heute noch sichtbar

In der Kasseler Strae 22 wohnte bis Juni 1938 das jdische Ehepaar Fanny und Siegfried Abt, trgt Renate Mahler-Heckmann von der Initiative Stolpersteine Melsungen vor. Im heute noch sichtbaren Kellergewlbe des Hauses lagerten die Spiritousenhndler ihre groen Schnapsfsser. 1937 mussten sie unter dem Druck der Nationalsozialisten ihr Geschft aufgeben und nach Kassel flchten. Fnf Jahre spter wurden Fanny und Siegfried Abt in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Siegfried Abt starb dort 1942. Zwei Stolpersteine erinnern vor dem Haus an die schrecklichen Schicksale seiner Bewohner.

Flucht nach Palstina

Die vierkpfige jdische Familie Stern lebte in der Rotenburger Strae 3. Es waren die Gromutter Fanny Stern, die Mutter Frieda Stern und die zwei Kinder Ilse und Herbert Stern, liest Laura Fraune, Schlerin der Geschwister Scholl-Schule vor. Whrend die Kinder frhzeitig nach Palstina auswanderten und dort berlebten, sind die Gromutter und Frieda Stern deportiert und ermordet worden. Wann und wohin ist bis heute unbekannt.

Steine ausgetauscht

Vor dem Haus Am Markt 4 hat Gunter Demnig bereits im April 2008 Stolpersteine verlegt. Damals war noch nichts ber das genaue Schicksale von Betty und Else Levy bekannt. Die Messingsteine waren mit Fragezeichen versehen. Jetzt konnte Demnig sie gegen Steine mit vollstndigen Lebensdaten austauschen. Uns ist nun bekannt, dass beide, Mutter und Tochter, in Sdafrika berlebt haben, so Mahler-Heckmann. Auerdem kommt ein Stein fr Paula Levy hinzu.

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