Das Kloster rockt

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Spieskappel. Kreischende Stromgitarren, dröhnende Bässe und ausgelassene Menschen

Spieskappel. Das hätte sich Reformator Martin Luther sicherlich auch nicht träumen lassen, als er vor beinahe 500 Jahren Halt im Kloster Spieskappel machte. Kreischende Stromgitarren und dröhnende Bässe aus den Lautsprecherboxen, dazu ausgelassene Menschen, die wild vor der Bühne tanzen. Seit 15 Jahren ist das aber gang und gäbe, denn solange organisiert der Verein Kulturbühne Frielendorf schon das Festival im Park des altehrwürdigen Klosters. Etwa 250 Freunde guter Livemusik hatten sich am Samstagabend versammelt und freuten sich auf Coverrock und Selbstgemachtes.Den Auftakt machten die Lokalmatadore "Rogue", die mit Rockklassikern, wie etwa "Oh pretty woman" von Gary Moore oder das Dylan-Stück "All along the watchtower", in der Version von Gitarrenvirtuose Jimi Hendrix, von Anfang an für Stimmung sorgten. Volker Woll und Martin Heder, zwei Gründungsmitglieder des Vereins, legten mit ihren Musikerkollegen große Spielfreude an den Tag oder besser gesagt, den lauen Sommerabend. "Wir haben uns damals gegründet, um den den Park und sein schönes Ambiente besser zu nutzen", erklärte Volker Woll am Rande, "und natürlich aus Liebe zur Musik", fügte der leidenschaftliche Bassist hinzu.Bei Einbruch der Dunkelheit erklommen "Dezibel" aus dem Gilserberger Hochland die Bühne und überzeugten mit einem Repertoire aus deutschen und internationalen Hits der vergangenen vier Jahrzehnte. Mit Songs von U2, Them oder den Cranberries fanden sich Stücke namhafter Bands auf der Setliste. Bei "Ein Kompliment", von den Sportfreunden Stiller, sorgte das Publikum sogar für gesangliche Unterstützung, Achim Reichels "Aloha He" spornte den Chor zu wahren Höchstleistungen an. Kurz vor Mitternacht drehten dann die Jungs von "Thundershot" ihre Verstärker richtig auf, sodass die Klostermauern erzitterten.Iron Maiden, AC/DC oder Deep Purple wurden auf der Bühne zelebriert und zum Teil mit Pyrotechnik in Szene gesetzt. Jede der drei Bands hatte ihre eigenen Fans im Schlepptau, die zu einer großen Livemusik-Gemeinde verschmolzen. Noch bis tief in die Nacht feierten drei Generationen Musikfans ein tolles Festival, zu dem seit Anbeginn kein Eintritt erhoben wird.

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