Knüll geadelt Nordhessisches Mittelgebirge ist jetzt Naturpark

Freuen sich darüber, dass der Knüll jetzt Naturpark ist: h.v.li.) Neuensteins Bürgermeister Walter Glänzer, Dr. Wolfgang Fröhlich Leiter Wildpark Knüll), Jürgen Schäfer Kreisbeigeordneter Hersfeld-Rotenburg), Vizelandrat Jürgen Kaufmann Schwalm-Eder) sowie v.v.li.) Katrin Anders Geschäftsführerin Zweckverband Knüllgebiet), Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz Vorsitzender Zweckverband Knüll) und Tatjana Grau-Becker Wirtschaftsförderung Schwalm-Eder).
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Freuen sich darüber, dass der Knüll jetzt Naturpark ist: h.v.li.) Neuensteins Bürgermeister Walter Glänzer, Dr. Wolfgang Fröhlich Leiter Wildpark Knüll), Jürgen Schäfer Kreisbeigeordneter Hersfeld-Rotenburg), Vizelandrat Jürgen Kaufmann Schwalm-Eder) sowie v.v.li.) Katrin Anders Geschäftsführerin Zweckverband Knüllgebiet), Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz Vorsitzender Zweckverband Knüll) und Tatjana Grau-Becker Wirtschaftsförderung Schwalm-Eder).

Tolle Auszeichnung für den Knüll: Das nordhessische Mittelgebirge, beziehungsweise die Region, in dem es liegt, ist seit dieser Woche ein Naturpark. Davon gibt es nur 13 Stück in Hessen und 107 bundesweit. Die Verantwortlichen erhoffen sich dadurch eine deutliche Zunahme von „sanftem” Tourismus bei gleichzeitigem Erhalt und Ausbau von nachhaltiger Natur. Auch das Land fördert das Projekt finanziell.

Knüllwald. Der Knüll ist jetzt geadelt. Seit Dienstag darf sich das nordhessische Mittelgebirge „Naturpark“ nennen. Dieses Gütesiegel hat das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz dem Knüll verliehen. Damit ist der Knüll einer von 13 hessischen Naturparks und der jüngste der 107 bundesdeutschen.

„Diese Auszeichnung macht uns natürlich sehr stolz“, sagte Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz, gleichzeitig auch Vorsitzender des Zweckverbands Knüll, anlässlich der offiziellen Bekanntgabe des Auszeichnung am Montag im Strandbad No. 1 in Wallenstein, „sie ist aber auch der Lohn für jahrzehntelange Planung und Arbeit. Bereits 1969 publizierte der Knüllgebirgsverein eine ‘Denkschrift‘ zu einem potenziellen Naturpark Knüll. Aber die Zeit war wohl noch nicht reif dafür. Und so vergingen 52 Jahre, bis die Idee in die Tat umgesetzt wurde.“ Wobei sich Ritz durchaus der Aufgabe bewusst ist, die die Beteiligten jetzt erwartet. „Jetzt geht die Arbeit erst richtig los“, so der Verbandsvorsitzende.

Was Walter Glänzer, Bürgermeister der Knüll-Gemeinde Neuenstein wichtig ist, „dass die jetzige Auszeichnung einmal mehr das Ergebnis der erfolgreichen kreisübergreifenden interkommunalen Zusammenarbeit ist. „Diese ist jetzt aber auch weiterhin gefordert“, so Glänzer.

Schon vor seiner eigentlichen „Eröffnung“ am 1. Juni hat sich der Naturpark mit einer Geschäftsführerin professionell aufgestellt. Seit 1. April ist Katrin Anders als Geschäftsführerin des Zweckverbandes für das Gelingen des Projektes „Naturpark Knüll“ verantwortlich. Die 41-Jährige war zuvor in Wernigerode Harz) für die nachhaltige Stadtentwicklung zuständig, kommt aber aus der Region Frielendorf-Todenhausen). Anders zu den Dingen, die jetzt weit oben auf ihrer to-do-Liste stehen:

„Wir haben das Glück, dass wir mit dem Naturpark ja nicht bei null anfangen. Dadurch, dass wir Teil der Grimm Heimat und des Rotkäppchenlandes sind ist ja bereits einiges an Infrastruktur vorhanden. Wir wollen jetzt unter anderem den sanften Tourismus fördern. Naturparke sind Regionen der Erholung. Darüber hinaus sind Naturparke zuständig für Bildung für nachhaltige Entwicklung und den Schutz der Natur- und Kulturlandschaft. Deshalb wollen wir nach Möglichkeit zahlreiche ehrenamtliche Naturparkführer*innen oder zertifizierte Landschaftsführer ausbilden, die den Menschen den Naturpark Knüll näherbringen. Des Weiteren planen wir mit Schulen und Kitas unterschiedliche Projekte, so wollen wir beispielsweise auch in das Projekt ‚Naturpark-Kitas‘ einsteigen.“

Auch Hessens Umweltminister Priska Hinz gratulierte zum ‚Naturpark-Siegel‘: „Die Anerkennung als Naturpark trägt zur Entwicklung der Region bei, wertet die naturnahe Erholung auf und stärkt einen nachhaltigen Tourismus für Einheimische und Gäste. Naturparke sind großräumige Schutzgebiete, die eine große Arten- und Biotopvielfalt und eine durch vielfältige Nutzungen geprägte Landschaft aufweisen. Mithilfe von vielfältigen Naturschutzmaßnahmen werden die wertvolle Kulturlandschaft bewahrt und gleichzeitig touristisch vermarktet.“

Der Naturpark Knüll erhält in diesem Jahr 60.000 Euro an Fördermitteln. Darüber hinaus werden dem Naturpark in der Startphase für die Jahre 2021 bis 2023 jährlich bis zu 150.000 Euro an Projektfördermitteln zur Verfügung gestellt.

Die Karte zeigt das Gebiet, das der Naturpark Knüll umfasst. 17 Kommunen liegen ganz oder teilweise auf dem Gebiet des neuen Naturparks. Karte:

Extra-Info: 17 Städte und Gemeinden sind dabei

Das Gebiet des Naturpark Knüll erstreckt sich zwischen Homberg/Efze im Norden, Neukirchen/Knüll im Westen, Breitenbach am Herzberg im Süden und fast bis nach Bad Hersfeld im Osten und umfasst eine Größe von circa 83.000 Hektar. Insgesamt 17 Städte und Gemeinden sind ganz oder teilweise im Naturpark Knüll gelegen. Naturräumlich gliedert sich der Naturpark in eine eher offene Basalt-Kuppenlandschaft im Norden, einen großflächig bewaldeten Bereich im Osten und eine fruchtbare Ackerlandschaft im Westen. Im Südosten öffnet sich der Naturpark zur Fuldaaue hin. Ökologisch wertvoll sind vielfältige Waldstandorte, naturnahe Wiesen-Bachtäler, Streuobstwiesen und Auwald-Flächen. In der Naturparkregion liegen eine Reihe von Schutzgebieten Naturschutz-, Vogelschutz-, FFH- und Landschaftsschutzgebiete).

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