Kollege Hund: So tierisch geht‘s in nordhessischen Büros und Firmen zu

Labrador-Retriever Hündin Amy
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Bis zum Treppenpodest und nicht weiter. Martin Bickel legt großen Wert darauf, dass Amy bei der Arbeit ihre Grenzen kennt.

Wissenschaftlichen Studien zufolge sind Hunde gut für das Arbeitsklima. Deshalb hat der Deutsche Tierschutzbund bereits vor einigen Jahren den Aktionstag „Kollege Hund“ ins Leben gerufen, der in diesem Jahr am heutigen Freitg, 25. Juni, stattfindet. Wir haben uns mal in der Region umgehört, wo vierbeinige Kollegen regelmäßig zum Dienst erscheinen.

Region. An dem vom Deutschen Tierschutzbund initiierten Aktionstag „Kollege Hund“ sollen Hundebesitzer die Möglichkeit erhalten, ihre Hunde für einen Tag mit zur Arbeit zu bringen, um den Arbeitsalltag mit Hund auszutesten. Mit der Aktion sollen Berührungsängste abgebaut und gezeigt werden, dass Job und Hund durchaus vereinbar sind.

Dass das super funktioniert, können wir aus eigener Erfahrung nur bestätigen: Denn seit Mitte März haben auch wir in der Kasseler Redaktion der EXTRA TIP Mediengruppe einen vierbeinigen Kollegen. Malteser-Rüde Herr Schmidt (genannt Schmidti) begleitet EXTRA TIP Redakteurin Nadja Feldle auf Schritt und Tritt und erstürmt nicht nur bei den Kollegen im Büro sondern auch bei Außenterminen die Herzen.

Ist Schmidti ein Einzelfall? Wir haben uns mal in der Region umgehört, wo noch vierbeinige Kollegen regelmäßig zum Dienst erscheinen.

Ob im Autokino oder im Burgtheater selbst: Seit elf Jahren ist Klein-Pudel Till dabei, wenn Rosi und Peter Unger im Kino sind.

Auf bereits rund elf Dienstjahre kann Till zurückblicken. Bereits als Welpe begleitete der Klein-Pudel Herrchen Peter Unger zur Arbeit und gehört somit fest zum Team des Burgtheaters in Treysa. „Es klappt problemlos“, erzählt Kinochef Peter Unger über seinen vierbeinigen Kollegen, der bei den Stammgästen aller Altersgruppen bestens bekannt und beliebt ist. Wo gibt‘s schon einen Kinomitarbeiter mit so treuem Hundeblick?

Diesen hat auch Amy perfekt drauf. Die zwei Jahre alte Labrador-Retriever Hündin begleitet regelmäßig Martin Bickel zu Arbeit. „Es stand für mich von Anfang an fest, dass Amy überall mitkommen können muss“, erzählt der Inhaber des Homberger Modehauses Griesel. „Sie kennt die Räume von Anfang an, weiß aber genau wo ihre Grenzen sind.“ So sei die Verkaufsfläche für sie grundsätzlich tabu.

In der Verwaltung hingegen ist man bislang noch nicht auf den Hund gekommen.

„,Haustiere am Arbeitsplatz‘ ist bei uns bislang noch kein Thema gewesen“, berichten Bürgermeister Marian Knauff (Neukirchen), Jürgen Liebermann (Schwarzenborn), Heinrich Vesper (Willingshausen) und Thorsten Vaupel (Frielendorf). Bislang habe in ihren Kommunen seitens der Mitarbeiter kein Bedarf bestanden, ihre vierbeinigen Mitbewohner mit zur Arbeit zu bringen, so die Rathauschefs.

Was nicht ist, kann aber noch werden. So zeigt man sich in Schwalmstadt dem Thema gegenüber sehr offen: „Ich sehe die Stadt Schwalmstadt als aufgeschlossenen Arbeitgeber an. Aus diesem Grund stehe ich dem Mitführen von Haustieren nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber“, sagt Bürgermeister Stefan Pinhard. „Zu beachten ist jedoch, dass die Stadt Schwalmstadt mehr als 300 MitarbeiterInnen in verschiedensten Abteilungen mit ganz unterschiedlichen Aufgaben und Strukturen beschäftigt. Um überall einen reibungsfreien Arbeitsablauf sicherstellen zu können, kann es sich beim Mitführen von Haustieren nur um Einzelfälle handeln. Es gilt deshalb wie überall: Der Arbeitgeber ist zunächst unbedingt um Erlaubnis zu fragen.“

Bei der Kreisverwaltung hingegen ist man auf Kollegen auf vier Pfoten nicht eingestellt. „Viele Büroräume werden von zwei Kolleginnen/Kollegen genutzt, die räumlichen Gegebenheiten sind bereits nicht dazu geeignet, Haustiere mit an den Arbeitsplatz zu bringen“, erläutert Kreispressesprecher Julian Klagholz die Hintergründe. “Haustiere am Arbeitsplatz bedeuten einen höheren Reinigungsaufwand, viele Büroräume sind mit Teppichboden ausgelegt.“ Darüber hinaus sei nicht zu vernachlässigen, dass es Besucher und Kollegen mit Tierhaarallergien,gebe und Menschen, die Angst vor Hunden hätten.

Und auch die Gemeindeverwaltung in Schrecksbach ist tierfreie Zone. „Die Verwaltung ist ein Dienstleistungsbereich und kein Streichelzoo. Wer sich Haustiere anschafft, sollte sich auch darum kümmern können, und dies nicht während der Arbeitszeit“, bringt es Bürgermeister Andreas Schultheis auf den Punkt. „Es gibt auch Menschen mit entsprechenden Allergien, die würden es sicher nicht gut finden, wenn Haustiere in der Verwaltung sind.“ Deshalb halte er im Bereich der Verwaltung nichts von der Idee, so der Rathauschef auf unsere Nachfrage. Auch die Stadt Kassel ist dieser Meinung: „Es gibt diese Möglichkeit bei uns nicht und es ist auch nichts geplant.“

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