Kunst, Geschmiere oder der Sinn des Lebens

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Schwalm-Eder. "cst"-Graffitis in und um Schwalmstadt geben Rätsel auf

Schwalm-Eder. Wer in der Vergangenheit mit dem Fahrrad, dem Pkw oder zu Fuß durch die Region Schwalm gefahren ist, dem dürfte etwas Augenscheinliches  aufgefallen sein: Graffitis. In und um Schwalmstadt begegnet Verkehrsteilnehmern vor allem ein Schriftzug – in der Grafitti-Szene "Tag" genannt – immer wieder. Die drei Buchstaben "cst" zieren unzählige Stromkästen, Brücken und Lärmschutzwände entlang der Autobahn 49 und den Bundestraßen 454 und 254. Aber was bedeutet "cst"? Und wer ist verantwortlich für die vielen Tags?

Strafanzeigen in Bezug auf die "cst"-Graffitis liegen in der Schwalm derzeit nicht vor, so Reinhard Giesa, Kriminalhauptkommisar an der Polizeidirektion Schwalm-Eder in Homberg im Gespräch mit dem Schwälmer Boten. Welche Bedeutung hinter dem Kürzel steckt, erschließt sich auch ihm nicht. Eines aber weiß Giesa: "Das ist ein mindestens bundesweites Phänomen." Immerhin gebe es unter anderem in Frankfurt eine spezielle Arbeitsgruppe der Polizei, die sich intensiv mit der Graffiti-Szene und den Sprayern selbst beschäftige. Im Internet kursieren derweil verschiedenste Theorien, was hinter dem Mysterium "cst" stecken könnte. So wird dem Graffiti-Tag dort oftmals eine Verbindung zur "Zeitgeist-Bewegung" nachgesagt. Diese verfolgt eine Transformation der Gesellschaft von "unten" hin zu einer Gesellschaft, die vom Gemeinwohl geprägt ist. Ziel der Bewegung ist die gänzliche Abschaffung des Geldes und das Einführen von Ressourcen als Tauschmittel.

Eine andere Theorie besagt, die drei Buchstaben seien Abkürzungen der englischen Worte "curiosity", "sciene" und "technology". Diese bedeuten Neugierde, Wissenschaft und Technologie. Der Internetblog www.stadtkindfrankfurt.de sieht die Lösung des Rätsels in der Gematrie – der Interpretation von Wörtern mit Hilfe von Zahlen. Demnach müsse man die Summe der zugehörigen Stellen im Alphabet errechnen. So steht der Buchstabe C an dritter, der Buchstabe S an 19. und das T an 20. Stelle. Nach Addieren der einzelnen Ziffern erhält man die Zahl 42. Diese ist Science-Fiction-Fans spätestens seit Douglas Adams Roman-Klassiker "Per Anhalter durch die Galaxis" bekannt. Darin ist die Zahl 42 das errechnete Ergebnis "Deep Thoughts", des größten von Menschenhand gebauten Computers, auf die Frage "nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest". Einzig:  Die Romanfiguren können mit der Antwort "42" nichts anfangen. Der Grund: Niemand weiß, wie die eigentliche Frage lautete.

Verbirgt sich also hinter den Tags an diversen Kreuzungen in Ziegenhain und Treysa der tatsächliche Sinn des Lebens oder die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest? Handelt es sich dabei um eine tiefergehende Kunst, womöglich sogar um eine Lebensphilosophie? Ist "cst" die Antwort auf die Frage, die wir uns alle stellen wollen, aber niemand weiß, wie wir sie formulieren sollen?

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