Kurzurlaub auf Krankenschein

Unglaublich: 1,7 Millionen Deutsche planen im Herbst auf krank zu machenVon ALEXANDER GBERT Schwalm-Eder. Vorbildliche Kollegen beantragen

Unglaublich: 1,7 Millionen Deutsche planen im Herbst auf krank zu machen

Von ALEXANDER GBERT Schwalm-Eder. Vorbildliche Kollegen beantragen schon jetzt ihre freien Tage im Frhjahr. Da sind keine Schulferien und auch sonst keine spektakulren Ereignisse im Betrieb zu erwarten. So viel Planungssicherheit ist fr alle Beteiligten mehr als hilfreich. Wie wre es denn aber mit noch mehr Voraussicht? Nicht nur der geplante Sommerurlaub 2011 sollte angekndigt werden, sondern auch die geplanten Krankheitstage. Laut einer aktuellen Umfrage knnten 1,7 Millionen Deutsche jetzt schon planen, wann und wie lange sie in der Herbst-Winter-Saison krank werden. Fnf Prozent der 1.000 Befragten wollen in den nchsten Wochen mindestens zwei Tage blau zu machen. Also dem Arbeitgeber vorgaukeln, sie wren krank, obwohl sie sich bester Gesundheit erfreuen.Das ergab eine Umfrage des Instituts tns emnid fr das Hamburger Gruppendynamik-Institut Systhema. Hochgerechnet auf alle Arbeitnehmer wren das 1,7 Millionen Deutsche. Unglaublich: Als Grnde fr die Krankschreibungen gab beispielsweise ein Prozent an: Weil es zu der dunklen Jahreszeit weniger auffllt. Kein Wunder, denn in Herbst und Winter sind die Krankenzahlen sowieso hher. Die Zahlen der Barmer-GEK fr die Region belegen zum Beispiel (2009), dass im Oktober (840) fast viermal so viele Arbeitsausflle wegen Erkltungskrankheiten zu verzeichnen sind, wie im August (240). Doch hier kann man die Zahlen nicht mit Krankfeiern oder der Bereitschaft sich nach der Finanzkrise nicht mehr krank zur Arbeit zu begeben, in Zusammenhang bringen. Pressesprecher Axel Wunsch: Das gehrt in die Kategorie ,Spekulation , dafr bin ich nicht zustndig. Zumindest eines belegen die Zahlen der AOK Hessen: Die Krankenstnde wachsen wieder an. Die Grnde sind verschieden. Axel Wunsch gibt Grippewellen an, doch bei der Erhebung von tns emnid gab ein Prozent auch an: Um mich einem Konflikt in meiner Firma zu entziehen. Auch da ich wei, dass ich zu dieser Zeit unabhngig von meinem Job immer Depressionen bekomme wird als Grund genannt. Andere wiederum gaben an: um meinem Arbeitgeber eine auszuwischen. Renate K. aus dem Schwalm-Eder-Kreis ist eine von ihnen. Sie mchte unerkannt bleiben. Erfhrt ihr Arbeitgeber von ihren Plnen, droht mindestens eine Abmahnung. Skrupel hat sie nicht. Eine hartnckige Grippe oder ein ausgerenkter Wirbel zwei Wochen sind da schon drin, sagt die alleinstehende Mitt-Fnfzigerin. Das bedeutet eine ausgedehnten Skiurlaub oder ein paar warme Tage im Sden Vollpension versteht sich. Das Meinungsforschungsinstitut und erst recht die Arbeitsgeber weisen darauf hin, dass es sich bei geplanten Krankschreibungen um Betrug handele und das Rechtsbewusstsein bei jenen fehle, die davon Gebrauch machen.

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