Kuscheln mit Grün?

Schwalm-Eder. Bei den Kommunalwahlen im Schwalm-Eder-Kreis gibt es einen eindeutigen Gewinner: Die Grünen. Die Öko-Partei konnte ihren Stimmenanteil

Schwalm-Eder. Bei den Kommunalwahlen im Schwalm-Eder-Kreis gibt es einen eindeutigen Gewinner: Die Grünen. Die Öko-Partei konnte ihren Stimmenanteil nach den bisherigen Auszählungen bei den Kreistagswahlen von bislang 5,7 Prozent auf 15 Prozent erhöhen. Umgerechnet auf die Sitzverteilung würde dies für die Grünen einen satten Zugewinn von sieben Sitzen von bisher Vier auf nun Elf bedeuten.

Rechte sind raus

SPD, CDU und FDP mussten dagegen leichte Verluste hinnehmen. Die Sozialdemkraten stellen aber weiterhin die mit Abstand stärkste Fraktion. Leicht verbessern konnten sich die Freien Wähler (FWG). Aus dem Kreistag rausgeflogen sind die Rechten vom Bürger Bündnis.

Für die Sitzverteilung im Kreistag bedeutet dies, dass die bisherige Koalition aus SPD und FWG nur noch über eine Stimme Mehrheit verfügen würde. Damit stellt sich die Frage, ob die Sozialdemokraten die Grünen als neuen Koalitionspartner ins Boot holen.

Noch am Wahlabend zeigte sich Landrat Frank-Martin Neupärtl diesbezüglich skeptisch: "Wir sollten nicht die Pferde wechseln", so sein Kommentar. Vielmehr sehe er die Koalition aus SPD und FWG bestärkt.

Als "kein Ergebnis zum Jubeln" bezeichnete der SPD-Spitzenkandidat Winfried Becker den Wahlausgang. Aus seiner Sicht habe die Atomdebatte auf Bundesebene auch auf die Kommunalwahlen durchgeschlagen. Zu Lasten der SPD. Ob es nun zu einem Koalitionswechsel komme, müssten die Parteigremien entscheiden. Er sei jedoch offen für Gespräche mit allen Parteien. Dabei müsse geschaut werden, wo die größten Schnittmengen liegen.

Keine Wahlparty

Keine große Wahlparty gab es bei den Grünen. "Ich habe den Wahlabend zu Hause verbracht", so Dr. Bettina Hoffmann, die Spitzenkandidatin. Natürlich, so betont sie, freuen wir uns sehr. Man habe mit einem Drittel mehr Stimmen gerechnet. "Von dem jetzt zweistelligen Ergebnis habe ich allenfalls geträumt", räumt Hoffmann ein.

Dass allein die Atomdebatte ausschlaggebend für den Wahlerfolg gewesen sein soll, will sie jedoch nicht stehen lassen. "Wir sind auch für unsere Glaubwürdigkeit und langfristig gute Arbeit belohnt worden", so betont sie. Keinen Hehl macht Hoffmann aus ihrer Absicht mit der SPD im Kreistag eine Koalition zu bilden. "Wir wollen unsere Konzepte umsetzen", so ihre Begründung. Mit den Sozialdemokraten gebe es dabei die größte Schnittmenge.

Gespräche mit der SPD

Schon nach der Kommunalwahl 2006 hatte es Gespräche zwischen Grünen und SPD auf Kreisbene gegeben. Damals hatte sich jedoch die FWG als Mehrheitsbeschaffer durchgesetzt. Diesmal, so hofft Hoffmann, könnte dies anders sein. "Wir haben ein klares Signal in Richtung Rot-Grün", so die Spitzenkandidatin. Wer dies auf Bundes- und Landesebene wolle, der müsse es auch auf der kommunalen Ebene umsetzen. Die Diskussionen um den Weiterbau der A49 sieht sie dabei nicht als möglichen Knackpunkt, da dies nicht auf Kreisebene entschieden werde. Wichtig sei den Grünen dagegen eine andere Landwirtschaftspolitik, der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs und natürlich der Ausbau erneuerbarer Energien.

Ebenfalls als Sieger in einer "emotionalen Wahl" sieht sich auch die FWG, die nach den bisherigen Prognosen einen Sitz hinzugewinnen konnte. "Ich gehe davon aus, dass wenn wir eine Mehrheit mit der SPD haben auch die Koalition fortsetzen können", so Spitzenkandidat Willi Werner, der betont: "Die vergangenen fünf Jahre haben gezeigt, dass wir konstruktiv arbeiten können und geschlossen auftreten." Wichtigstes Thema für seine Partei sei die begonnen Verwaltungsreform.

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