Ländlicher Nahverkehr: Schwalm-Eder-Kreis wird Pilotregion

+

Kassel / Schwalm-Eder-Kreis. "Den Bewohnern der ländlichen Räume müssen auch in Zukunft attraktive und bezahlbare Nahverkehrsangebote zur Ver

Kassel / Schwalm-Eder-Kreis. "Den Bewohnern der ländlichen Räume müssen auch in Zukunft attraktive und bezahlbare Nahverkehrsangebote zur Verfügung stehen. Deshalb hat die Landesregierung im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie viele Initiativen angestoßen, aus denen auch das Projekt Mobilfalt hervorgegangen ist", erklärte der hessische Verkehrsminister Dieter Posch am Freitag in Kassel bei der Vorstellung des Vorhabens.

"Der bisherige ÖPNV mit seinen starren Fahrplänen muss angesichts des Bevölkerungswandels flexibler werden und finanzierbar bleiben. Deshalb unterstützt das Land Hessen nicht nur die Entwicklung intelligenter und zukunftsweisender Lösungen, sondern auch deren zeitnahe Erprobung in der Praxis. Bedarfsgerechte ÖPNV-Systeme sind eine Voraussetzung für die Attraktivität ländlicher Räume."

"Mobilfalt" verknüpft den Individualverkehr mit allem, was bisher in den Fahrplänen des NVV zu finden ist, ob Anrufsammeltaxi, Bürgerbus, Bus, Tram oder Zug. Das heißt: Taxiunternehmen oder private Autofahrer können ihre Fahrten im NVV-Tarifsystem gegen festgelegte Kostenerstattung anbieten. Dabei soll die die Erstattung für den Fahrtenanbieter bei 30 Cent pro Kilometer liegen. Der Fahrgast zahlt in der Pilotphase einen Euro pro Fahrt.

Eine Internet-Plattform integriert angebotene und nachgefragte Fahrten in die Fahrpläne. Abgerechnet wird über den NVV, der die Einnahmen verteilt, gebucht wird über Internet, Telefon bzw. über Mobilitätszentralen.

"Moderne Informationstechnologie kann helfen, mehr Mobilität für das gleiche Geld zu schaffen. Für ein solches Vorhaben eignen sich die Landkreise in Nordhessen besonders, denn sie stellen sich mit großem Einsatz den Herausforderungen des demographischen Wandels und haben bereits beträchtliche Vorarbeit geleistet", sagte Posch.

Schwalm-Eder-Kreis wird Pilotregion

Das innovative Nahverkehrskonzept wird zunächst in drei Pilotregionen getestet: Sontra/ Nentershausen/Herleshausen (als Zweckverband Interkommunaler Zusammenarbeit) und Witzenhausen im Werra-Meißner-Kreis sowie Niedenstein im Schwalm-Eder-Kreis. Auf Grundlage der dort gesammelten Erfahrungen soll im Herbst 2012 ein Modellprojekt beginnen.

Schon die Vorarbeiten des Nordhessischen Verkehrsverbunds und seiner Partner aus den Nahverkehrsgesellschaften der Landkreise Werra-Meißner, Schwalm-Eder und Hersfeld-Rotenburg hat das Land Hessen mit 180 000 Euro zur Hälfte finanziert. Dabei waren komplizierte rechtliche und versicherungstechnische Fragen zu klären. Die Umsetzung ist Teil des Modellversuchs "ÖPNV im ländlichen Raum", den das Land bis 2014 mit einer Million Euro finanziert. "Es gibt viele gute Ansätze von der Mitfahrzentrale bis zum Anrufsammeltaxi. Es kommt nun darauf an, sie zu einem abgestimmten System innerhalb der bestehenden Tarifstrukturen zu verknüpfen", sagte der Minister. "Mobilfalt ist eine Antwort auf viele Herausforderungen. Beispielsweise bietet es auch Kleinunternehmen neue Chancen. Mobilfalt kann zum Modell für unterschiedliche Regionen werden."

Für den Geschäftsführer des NVV, Wolfgang Dippel, ist vielfältige Mobilität der richtige Weg:"Wir müssen Antworten auf die demografische Entwicklung geben ohne den ländlichen Raum von der Mobilität abzuhängen. Dabei wird uns das Projekt Mobilfalt helfen, denn es ist flexibel, verlässlich und bezahlbar. Alle Verkehrsträger miteinander zu vernetzen ist die richtige Antwort für die Zukunft!"

"Pionierarbeit für die ganze Region"

"In unserer Situation ist Mobilfalt eine echte Chance und leistet Pionierarbeit für die ganze Region. Wir wollen Nordhessen als Wohn- und Arbeitsregion weiter entwickeln und dafür brauchen wir flexible Mobilität in all ihren Facetten, um die Lebensqualität zu halten und zu verbessern", so der Landrat des Werra-Meissner-Kreises und Aufsichtsratsvorsitzender des Regionalmanagements Nordhessen, Stefan G. Reuß. "Das Regionalmanagement Nordhessen koordiniert das Projekt "Mobilität im ländlichen Raum" im Rahmen der Hessischen Nachhaltigkeitsstrategie und hat die Mittel für die Anschubfinanzierung eingeworben. Mobilfalt ist aufgrund seines Modellcharakters für den ländlichen Raum bundesweit ein Referenzprojekt des nordhessischen Mobilitätsclusters."

Langfristig verfolgt der NVV mit dem Projekt Mobilfalt das Ziel, ein flexibles Angebot für die Bürgerinnen und Bürger mit den neuen Vorteilen für die Mobilitätsanbieter zu verbinden. Eine registrierte Teilnahme, mit der eine Reihe von Leistungsmerkmalen verbunden ist, soll Mobilität in der ländlichen Region nachhaltig sichern.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Ellenberg: Guxhagener Katzenhilfe rettet Taubenküken

Die Tauben waren bei Baumschnittarbeiten aus dem Nest gefallen.
Ellenberg: Guxhagener Katzenhilfe rettet Taubenküken

Kreis erhält 720.000 Euro für die Sanierung des Europabad in Treysa

Das Schwimmbad in Schwalmstadt profitiert vom hessischen Förderprogramm SWIM.
Kreis erhält 720.000 Euro für die Sanierung des Europabad in Treysa

Vorhang auf fürs Autokino auf dem Haaßehügel 

Am 21. und 22. August heiß es noch einmal "Vorhang auf für Autokino".  Nach dem Erfolg im Mai gibt es Ende August „Bohemian Rhapsody“ und „25 km/h“ zwei weitere …
Vorhang auf fürs Autokino auf dem Haaßehügel 

Beim Projekt "Sterntaler" gab es nur Gewinner

Schwalmstadt sei eine der schönsten Städte gewesen, die sie bei ihrer Tour auf Grimms Spuren von Kassel bis nach Hanau gesehen haben. Deshalb kamen Neele Rother und …
Beim Projekt "Sterntaler" gab es nur Gewinner

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.