Lärm ist kein Problem

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Falkenberg. Der Krachgarten setzt sich für die Konzert-Kultur auf dem Land und die Jugendlichen vom Dorf ein.

Falkenberg. "Fahren sie dahinten einfach weiter", sagt eine Dorfbewohnerin und deutet in das Nichts. Das Gelände des Vereins "anorak21" liegt weit ab vom Schuss. Und mit ihm der Krachgarten.

Der Name ist Programm

Der Name des Clubs ist Programm. Rund zehn Mal im Jahr finden hier Konzerte statt. Reggae, Indie, Hardcore – im Niemandsland zwischen Ziegen und Schweinen. "Probleme mit Lärmbelästigung haben wir hier nicht", sagt Johannes Hiller lachend. "Dafür fragen manche Bands, ob überhaupt jemand zum Konzert kommt."

Der studierte Sozialpädagoge leitet den Krachgarten und ist auch zuständig für das Booking. Zusammen mit einigen Jugendlichen organisiert er die Auftritte.

Kein normaler Club

"Wir sind kein normaler Club, bei uns stolpert man nicht mal so eben rein", so der 27-Jährige. Dafür herrsche eine ganz eigene Stimmung.

Tatsächlich: Das Gelände der ehemaligen Jugendherberge hat etwas von einer Kommune. Hier und da wird gebaut. Viele die hier arbeiten leben auch hier. "Besonders im Sommer ist es richtig idyllisch", betont Hiller, "auch viele Bands fühlen sich hier wohl."

Das Besondere ist die familiäre Atmosphäre. Vor den Konzerten kochen die Jugendlichen für die Musiker, packen mit an. Hinterher wird aufgeräumt. "Das ist eine Menge Arbeit", räumt Hiller ein, doch ihm sei wichtig, dass alle eine gute Zeit haben. Das spreche sich in der Szene rum.

Die Eintrittspreise liegen moderat bei fünf bis sechs Euro. Es gibt Bier aber keine harten alkoholischen Getränke. "Bei der Bandauswahl achten wir darauf unterschiedliche Stile anzubieten", betont der gebürtige Dresdner, dessen Idealvorstellung es ist, dass die Zuhörer nicht nur wegen der jeweiligen Band kommen. Cover-Bands haben keine Chance.

Gleichzeitig will der Krachgarten eine Bühne für den regionalen Nachwuchs bieten. So treten bei der jährlichen Krach-Kirmes auch Musiker auf, die zuvor noch nie vor Publikum gespielt haben.

"Unser Ziel ist es die Konzertkultur auf dem Land am Leben zu erhalten", betont Hiller. Den Reiz auch einmal einen überregional bekannten Künstler in die Provinz zu locken verspüren sie auch im Krachgarten, bleiben aber angesichts begrenzter finanzieller Mittel realistisch. "Wir feiern uns hier nicht selbst", sagt Hiller, "sondern sind lieber weiterhin eine gute Adresse für eine coole Show."

Infos unter: www.meinkrachgarten.de

Lust auf einen Auftritt im Krachgarten? Bewerbung an info@meinkrachgarten.de.

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