Laufen der Truppe die Soldaten weg?

Von ALEXANDER GBERT Schwalm-Eder. Seit Beginn des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan, sind 28 deutsche Soldaten ums Leben gekommen. Der letzte s

Von ALEXANDER GBERT

Schwalm-Eder. Seit Beginn des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan, sind 28 deutsche Soldaten ums Leben gekommen. Der letzte starb erst vor kurzem bei einem Attentat auf eine Patrouille im afghanischen Kundus, drei weitere wurden verletzt. Dies drfte auch bei so manchem Soldaten in Schwarzenborn und seinen Angehrigen fr Unbehagen sorgen. Fr die Truppe vom Jgerregiment 1 geht es im April kommenden Jahres an den gefhrlichen Hindukusch. Aufhorchen lie in der vergangenen Woche eine Meldung, nach der die Bundeswehr immer weniger Freiwillige finde. Gefahren im Kriegsgebiet, weniger Schulabgnger und gute Angebote aus der Wirtschaft machen der Truppe schwer zu schaffen. Eine interne Statistik des Verteidigungsministerium soll belegen, dass sich im Vergleich zum Vorjahr 62 Prozent junge Mnner weniger gemeldet haben. Bei der Interessenvertretungen der Soldaten ist sogar von einem drohenden, gravierenden Krftemangel die Rede.

Stichwort: Afghanistan

Bundeswehrverbandssprecher Wilfried Stolze im Gesprch mit dem Schwlmer Boten: Auch wir sehen das Phnomen. Selten sei aber Afghanistan der alleinige Anlass. Da kommt meistens vieles zusammen. Zum Beispiel neue finanzielle Einschnitte bei denen, die ohnehin nicht viel verdienen: Wenn das Weihnachtsgeld halbiert wird, gibt das einem Feldwebel schon zu denken. Muss man sich jetzt wegen fehlenden Soldaten, Angst um den Wirtschaftsfaktor Bundeswehr in der Region machen?

Kommunen sind Gewinner

Besonders kleine und mittelstndische Unternehmen auf regionaler Ebene profitieren von der Bundeswehr. Und auch die Kommunen gehren zu den Gewinnern. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, das sich eingespielt hat und auf das niemand verzichten will. Wo die Bundeswehr ist, Brtchen kauft und Militrfahrzeuge warten lsst, erhlt sie Arbeitspltze, sagt Hauptmann Reiner Koch vom Jgerregiment 1 in Schwarzenborn.

Aktuell sind in der Knllkaserne zwischen 1.200 und 1.300 Soldaten stationiert - Zeit- oder Berufssoldaten. Nur ein geringer Prozentsatz sind Wehrpflichtige in der Grundausbildung. Vom Bewerbermangel spren wir nichts, sagt Koch. Im Gegenteil: Die Kaserne platzt bald aus allen Nhten. Im Frhjahr kommenden Jahres soll deshalb ein weiterer Unterkunftsblock in der Kaserne gebaut werden. Von dem Standort profitieren insbesondere Schwarzenborn, Neukirchen, Ottrau und Oberaula. Viele Leute stehen direkt bei der Bundeswehr als auch bei den mit der Bundeswehr zusammenarbeitenden klein- und mittelstndischen Betrieben des Handwerks und des Handels in Lohn und Brot. Als Grund fr den etwaigen Bewerbermangel nennt Koch die wirtschaftlichen Schwankungen. Lsst sich auerhalb der Bundeswehr mehr Geld verdienen, ziehen die Leuten den Arbeitsplatz vor, geht es der Wirtschaft schlecht, wendet sich das Blatt. hnlich die Lage in der Fritzlarer Georg-Friedrich-Kaserner. Die personelle Situation ist gut. Ein Bewerbermangel ist nicht sprbar, sagt Oberstleutnant Lutz Eckstein. Der Standort Fritzlar sei sicher.

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