Aus dem Leben einer Minderheit

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Ziegenhain. Ausstellung zeigt Schicksal von 16 Romas

Schwalmstadt.  Sie wurden während des Nazi-Terrors verfolgt und sind noch heute eine bedrängte Minderheit: Die Roma in der Ukraine. In der Ausstellung "Bedrängte Existenz - Überlebende Roma des NS-Terrors" wird im Rathaus in Ziegenhain das Schicksal von sechzehn Roma vorgestellt, die die deutsche Gewaltherrschaft im Zweiten Weltkrieg überlebten. Die sehenswerte Ausstellung der Stiftung EVZ wird am Mittwoch, 24. September, um 19.00 Uhr im Rathaus eröffnet und ist dort bis zum 19. Oktober zu sehen.Sie zeigt Portraits und Lebensgeschichten von 16 Roma, die in jungen Jahren die Besetzung ihrer Heimat durch deutsche und rumänische Truppen erlebten, die sahen, wie Menschen in ihrer nächsten Umgebung an Hunger, Krankheit und Entkräftung starben oder Opfer von Gewalt und Vertreibung wurden.Die Traumata ihrer Kindheit und die lebenslange Ausgrenzung aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit haben sie geprägt, doch ihren Lebensmut nicht gebrochen. Sie ließen sich im Jahr 2012 von der Fotografin Birgit Meixner portraitieren und berichteten offenherzig aus ihrem Leben – wie es ihnen gelungen ist, eine Ausbildung zu absolvieren, weitab ihrer Heimat Geld zu verdienen, sich eine bescheidene Existenz aufzubauen oder eine Familie zu gründen. Ihr Schicksal ist geprägt von doppeltem Leid: der erlittenen Not und Verfolgung im Zweiten Weltkrieg und den Entbehrungen und der Ausgrenzung in der Gegenwart.

Momentaufnahmen aus dem Leben

Birgit Meixners Portraits sind Momentaufnahmen aus dem Leben einer bedrängten ethnischen Minderheit. Mit der Ausstellung und weiteren Veranstaltungen möchten wir auf diese zumeist vergessenen Menschen aufmerksam machen und dazu beitragen, Vorurteile und Stereotypen entgegen zu wirken, die auch heute noch mit der Ethnie der Sinti oder Roma verbunden werden.Die Wanderausstellung "Bedrängte Existenz. Überlebende Roma des NS-Terrors in der Ukraine" wurde von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", Berlin erstellt.Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Rathauses Ziegenhain, zu sehen sowie an den Sonntagen 28.09.; 5.10.; 12.10.; 19.10.2014 von 14.00 bis 17.00 Uhr. Begleitprogramm zur Ausstellung: 1. Oktober, 19.00 Uhr Vortragsveranstaltung mit Dr. Engbring-Romang zum Thema "Sinti und Roma – Eine Geschichte von Ausgrenzung und Diskriminierung" 15. Oktober, 19.00 Uhr Konzert und Lesung mit Dotschy Reinhardt aus ihrem Buch: Everybody’s Gipsy. Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt. Die Ausstellung und das Begleitprogramm finden in Kooperation mit dem Diakonischen Werk im Schwalm-Eder-Kreis, Flüchtlingsberatung statt.

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