Elf Leben in Kisten: Die Ausstellung „Erinnern und Bewahren“ in der Kreissparkasse

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Homberg. In zehn ausrangierten Munitionskisten präsentieren elf Mitglieder des Seniorenclubs Wabern prägende Aspekte ihres Lebens.

Homberg. "Geschichte wird nicht nur in der Großstadt sondern auch vor der eigenen Haustür gemacht", betonte Studienrat und Historiker Thomas Schattner bei der Eröffnung der Ausstellung "Erinnern und Bewahren – Lebensgeschichten älterer Menschen", die derzeit in den Räumen der Homberger Kreissparkasse besichtigt werden kann. In zehn ausrangierten Munitionskisten und einem Koffer, die in Erinnerungskisten umgewandelt wurden, präsentieren Mitglieder des Seniorenclubs Wabern prägende Aspekte ihrer eigenen Biographie.

So erinnert Georg Brandau an einen polnischen Kriegsgefangenen namens Franz, der während der Kriegsjahre bei seiner Familie einquartiert war. "Obwohl es von staatlicher Seite verboten war, hat er mit bei uns am Tisch gegessen und war bei uns integriert", erinnert sich Brandau. Ein besonderes Schmuckstück in Brandaus Erinnerungskiste ist eine alte Ritterburg aus Sperrholz und Pappe, die Franz für den kleinen Georg und seinen Bruder gebastelt hat.

Michael Meinickes Koffer erinnert hingegen an die ehemals geteilte Hauptstadt und an die Zeit, in der ganze Familien auseinandergerissen und sich, trotz der räumlichen Nähe, über Jahrzehnte nicht mehr sehen konnten. Auch Themen wie Vertreibung oder das Leben auf dem Lande werden in anderen Kisten anschaulich dargestellt.

"Es sind sehr schöne und ergreifende Stücke und Lebensgeschichten, die man auf diese Weise kennenlernen kann", betont Michael Sack. Der Direktionsleiter wurde von der Vorsitzenden des Waberner Seniorenclubs, Hildegard Weiszenburger, angesprochen, ob das Projekt in den Homberger Geschäftsräumen Station machen kann und war sofort von der Idee begeistert.

Das Projekt ist an die europaweite Ausstellung "Erinnerungen Raum geben" angelehnt. Die Exponate können bis zum 12. September in den Räumen der Kreissparkasse Schwalm-Eder in Homberg besichtigt werden. An der Ausstellung beteiligen sich Helga und Georg Brandau aus Harle, Edith Itter, Ilse Lübke, Emmi Schnepf sowie Anneliese und Helmut Kronemann aus Niedermöllrich, Michael Meinicke aus Uttershausen, Franz Neubauer aus Hebel, Alfred Wenghöfer aus Wabern und Renate Wissel aus Falkenberg.

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