Lokal ganz nach vorne: 104 Projekte für Mittleres Fuldatal beim Land Hessen eingereicht

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Malsfeld. Die Region Mittleres Fuldatal startet durch: Das Entwicklungskonzept steht und liegt bereits der Jury des Landes Hessen vor.

Malsfeld. 230 Beteiligte, 104 Projekte und gemeinsamer Einsatz mit viel Herzblut für die Region: Erst kürzlich reichte Reginalmanagerin im Zweckverband Gewerbegebiet Mittleres Fuldatal Marion Karmann das neue regionale Entwicklungskonzept für  das EU-Förderprogramm "LEADER" beim Land Hessen in Wiesbaden ein."Das ist unser Werk für die Förderperiode 2014 bis 2020", sagt Marion Karmann mit einem stolzen Lächeln. Zurecht. Denn: Die Region wurde hier ganz genau unter die Lupe genommen, Stärken und Schwächen, Potenzial und Risiken ermittelt und Projekte aus verschiedenen Bereichen vorgeschlagen. "Unser letztes Konzept war schwach in der Umsetzung. Doch nun haben wir alles überarbeitet und können durchstarten", betont Karmann. Setzt sich das Konzept durch, gibt für die Region Mittleres Fuldatal einen Zuschuss von rund zwei Millionen Euro – für ausgewählte Projekte, wie zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität sowie für den Tierschutz. "Wenn wir Ende des Jahres die Anerkennung erhalten, könnten viele Ziele angegangen werden", so die Regionalmanagerin.

Vor allem ginge es darum, den demografischer Wandel in der Region zu gestalten. "Dazu gehören die Daseinvorsorge, Mobilität und auch ehrenamtliches Bürgerengagement", sagt erklärt Marion Karmann.Die 104 im Entwicklungskonzept eingereichten Projekte umfassen das örtliche Leben, die Infrakstruktur, Umwelt, Energie, Bildung und lokalen Tourismus.

Mit der Region identifizieren

"Uns geht es auch um unser kulturelles Erbe und Fragen: Was hält uns hier? Was macht uns und unsere Region aus?", sagt Karmann. Die regionale Identifikation solle gefördert werden.

"Es ist wie eine kleine regionale Renaissance. Unsere große Stärke sind unsere schöne Landschaft und moderate Immobilienpreise. Das sehen wir als Chance." Das Spektrum der 104 Projekte ist breit: Im örtlichen Leben wurden u.a. E-Bikes in Melsungen, das Demenzpräventions-Programm "Bewegen gegen das Vergessen" vorgeschlagen, in Felsberg ein "Erfahrungsfeld der Sinne" und Leerstandsabbau in Spangenberg. Im Bereich regionale Wirtschaft sollen ansässige Geschäftsleute unterstützt werden, beispielsweise bei der Suche eines geeigneten Nachfolgers. Einer der Schwerpunkte ist jedoch der lokale Tourismus.

"Es gibt Projekte zum Aufbau von Infoterminals am Ars Natura, zur Erweiterung des Fuldaradwegs, Verbesserung der Gastronomie und Pflege des kulturhistorischen Erbes", betont die Regionalmanagerin. Konkret: Kanu-Anliegeplätze in Körle oder Röhrenfurth könnten erweitert, die  Melsunger Villa Rosacaea modernisiert, die Mikwe(Anm.d.Red. jüdisches Ritualbad) wiederhergestellt und das Dorfarchiv in Morschen eingerichtet werden.

+++ EXTRA INFO +++

Hintergrund

Die Förderregion Mittleres Fuldatal ist ein Zusammenschluss aus den sieben  Kommunen Felsberg, Melsungen, Spangenberg, Morschen, Malsfeld, Körle und Guxhagen. "LEADER" (frz. Liaison entre actions de développement de l'économie rurale, dt. Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, mit dem seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden. Lokale Aktionsgruppen erarbeiten vor Ort Entwicklungskonzepte. Ziel ist es, die ländlichen Regionen Europas auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen. Eine Säule des LEADER-Programms ist "ELA", der Europäische Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums.

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