Mängelquote bei Autos steigt weiter: TÜV Report sieht hohe Spritkosten als Ursache

Schwalm-Eder. Der Zustand der Autos auf Deutschlands Straßen hat sich auch 2011 weiter verschlechtert: Jedes fünfte Auto besteht die Hauptuntersuch

Schwalm-Eder. Der Zustand der Autos auf Deutschlands Straßen hat sich auch 2011 weiter verschlechtert: Jedes fünfte Auto besteht die Hauptuntersuchung (HU) nicht, so die aktuelle Statistik des TÜV. Schon zum vierten Mal in Folge wächst damit die Zahl der Fahrzeuge, die zunächst in die Werkstatt mussten, bevor sie die Plakette erhielten: Von 15,7 Prozent im Jahr 2007 auf jetzt fast 20 Prozent.

Schwerwiegende Sicherheitsmängel

In Hessen zeigt der Trend sogar noch deutlicher nach oben: hier hat der TÜV-Hessen innerhalb eines Jahres einen Anstieg von 19 Prozent um fast vier Prozentpunkte registriert. 22,7 Prozent ist hier der Anteil der Fahrzeuge, die wegen erheblicher Mängel die HU nicht bestehen. Im Jahr 2007 hatte die Quote der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln in Hessen noch bei rund 15 Prozent gelegen.

25,7 Prozent weisen zumindest leichte Mängel auf und rund die Hälfte (51,6 Prozent) sind mängelfrei. Diese Zahlen liegen ungefähr auf dem Niveau des Bundesdurchschnitts. Wobei deutlich weniger Fahrzeuge als noch im Vorjahr (56 Prozent) ohne Beanstandung durch die HU kamen. Das heißt, die Prüfer des TÜV Hessen sind zuletzt auf deutlich weniger unauffällige Fahrzeuge gestoßen und auf deutlich mehr Fahrzeuge mit schwerwiegenden Sicherheitsmängeln.

Ein Grund dafür kann in der erweiterten Hauptuntersuchung liegen: für Fahrzeuge ab Erstzulassung 1. April 2006 wurde die HU auf die Prüfung der elektronischen Systeme ausgedehnt. Da nun auch die Fahrzeugsystemdaten ausgelesen werden, gibt es auch neue Mängelgruppen, etwa die Nicht-Funktionsfähigkeit eines Airbags.

Wartung wird aufgeschoben

Der deutliche Anstieg der Mängelquote lässt sich aus Sicht des TÜV Hessen allerdings nicht damit erklären, dass es mehr ältere Fahrzeuge gibt. Im Gegenteil: Die Anzahl der vom TÜV Hessen geprüften Autos, die älter als neun Jahre sind, lag 2011 bei 38,3 Prozent. Im Jahr 2010 machten die Oldies noch einen Anteil von gut 43 Prozent aus. Hier wirkt sich vermutlich die Abwrackprämie deutlich aus.

Im kommenden Jahr rechnet der TÜV Hessen damit, dass die Mängelquote nicht weiter steigt und vielleicht sogar endlich wieder sinkt: dann tauchen die vielen jungen Fahrzeuge in der Statistik auf, die zu Zeiten der Abwrackprämie gekauft wurden und nach drei Jahren erstmals zum TÜV müssen.

Vielmehr vermuten die TÜV-Experten, dass die hohen Unterhaltungskosten für Autos eine mögliche Ursache für die deutlich gestiegene Mängelquote sind. Im Auswertungszeitraum von Juli vergangenen Jares bis zum Juni  diesen Jahres blieben die Spritpreise auf vergleichsweise hohem Niveau. Ein Zusammenhang zwischen dem Geld, das die Bürger in der Tasche haben, und dem Zustand der Fahrzeuge ist erkennbar: gerade bei älteren Fahrzeugen werden notwendige Reparaturen und Wartungsarbeiten offenbar häufig aufgeschoben.

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