Mauer des Schweigens

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Die Firma Bettenwelt in Homberg ist einer der größten Logistikdienstleister der Möbelbranche. Foto: Bernhard

Fritzlar / Homberg. Prozess gegen Bettenwelt-Betrüger abgebrochen – Staatsanwalt erhebt Vorwürfe gegen Firmenleitung

Fritzlar / Homberg. Eine schwache Beweislage und das eiserne Schweigen der drei Angeklagten machten am Donnerstag dem Betrugsprozess rund um die Homberger Bettenwelt ein vorläufiges Ende. Um den Sachverhalt doch noch aufzuklären will das Fritzlarer Schöffengericht unter der Leitung von Richterin Corinna Eichler nun voraussichtlich im Mai wichtige Zeugen laden.

 Um 200.000 Euro erleichtert

Dem ehemaligen Assistenten der Geschäftsleitung der Bettenwelt und einem Ehepaar aus Homberg wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, gemeinsam den Logistikdienstleister des Dänischen Bettenlagers um rund 200.000 Euro betrogen zu haben. Dazu wurden von dem Trio insgesamt 64 fingierte Rechnungen einer nicht existierenden Computerfirma ausgestellt, deren Richtigkeit der 47-jährige Hauptangeklagte Uwe H. in seiner Funktion als Mitarbeiter der Firma Bettenwelt bestätigte. Danach gingen die Zahlungen – jeweils Summen von 1.000 bis 5.000 Euro – auf ein Konto des beteiligten Ehepaares. Dies fiel von Mai 2005 bis Juni 2008 nicht auf. Auf die Spur der mutmaßlichen Betrügerbande kamen die Ermittlungsbehörden durch einen Hinweis der damaligen Ehefrau des Hauptangeklagten. Diese soll nun als Zeugin gehört werden, könnte aber von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht gebrauch machen.

Gegen Uwe H., der angeblich unter Spielsucht leidet, sollen noch weitere Verfahren anhängig sein, die bei einer zusätzlichen Verurteilung in Fritzlar eine Gefängnisstrafe sehr wahrscheinlich machen. Wohl deshalb schlug er den Vorschlag des Staatsanwalts, "doch die Hosen runter zu lassen" und auszusagen, aus. Ein riskantes Spiel, dessen Ausgang offen ist. Genau wie viele Fragen.

Mögliche Mitwisser?

Unklar ist insbesondere. ob der Haupttäter alleine die Überweisungen tätigen konnte. "Möglicherweise", so der Staatsanwalt, "hat hier noch jemand bei der Bettenwelt die Finger im Spiel". Genaueres dazu erhofft sich das Gericht von den Zeugenaussagen der Firmenleitung. Deren Verfolgungsinteresse bezeichnete die Staatsanwaltschaft allerdings als "gedämpft".

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