,Meine Kinder wurden vom Amt entführt’

Wilfried Listing aus Melsungen klagt die Behrden anVon ANDREAS BERNHARDMelsungen. Die guten Zeiten fr Wilfried Listing liegen schon etwas

Wilfried Listing aus Melsungen klagt die Behrden an

Von ANDREAS BERNHARDMelsungen. Die guten Zeiten fr Wilfried Listing liegen schon etwas zurck. Man knnte sagen: Mindestens zehn Jahre. Denn solange ist der gelernte Koch nach eigenen Angaben schon auf Jobsuche. Ich habe ber 500 Bewerbungen geschrieben, behauptet er und zeigt auf Fotos an der Wand, die ihn bei der Arbeit und der Meisterprfung 1998 zeigen. Der Unterschied ist frappierend. Damals jung und dynamisch, wirkt er heute mde und angespannt. Listings Erklrung ist einfach: Als Arbeitsloser wird man immer nur verarscht. In HandschellenGlaubt man dem heute 42-Jhrigen, dann ist ihm nun erneut ein Unrecht geschehen: Das Jugendamt hat meine Frau und meine Kinder entfhrt. Als er am 20. Mai nach Hause kam htten ihn Mitarbeiter des Jugendamtes und einige Polizisten erwartet. Sogar Handschellen haben die mir angelegt, sagt er emprt.

Seitdem sind die drei Kinder und die Mutter an einem ihm unbekannten Ort. Sorry, geht sowas, sagt Listing immer wieder und tippt sich dabei an die Stirn. Fr ihn ist das alles vllig unverstndlich. Ich habe doch immer alles gemacht, bin um 5.00 Uhr frh aufgestanden, um Frhstck fr die Kinder zu machen, ruft er aus und haut, zur Bekrftigung seiner Aussage, auf den Tisch. Dann zeigt er die Kinderzimmer. Hier ist alles in Ordnung, keine Mllhalden oder so was, stellt er zufrieden fest.

In den Gerichtsakten liest sich der Sachverhalt anders: Die Kinder werden als ungepflegt beschrieben. Die gesamte husliche Situation ist (...) von Verwahrlosung gekennzeichnet, so der Richter nach einem Ortstermin. Und weiter: Das Verhalten von Herrn Listing gegenber seinen Kindern ist durch verbale Gewalt geprgt. Der 42-Jhrige sehe seine Hauptaufgabe darin, die Kinder vor der Auenwelt zu schtzen, weshalb die Familie in vlliger sozialer Isolation lebe.

Die anderen haben Fehler gemacht

Listing selbst bestreitet das. Fehler haben aus seiner Sicht die anderen gemacht: Die Familienhelfer, die zweimal die Woche im Haus waren. Sie htten ihn immer nur unter Druck gesetzt, ihn nach seiner Aussage sogar daran gehindert zu Vorstellungsgesprchen zu gehen. Und auch der Hausmeister an der Schule seiner ltesten Tochter ist schuld, dass das Mdchen in die Hose gemacht hat. Der hat die Toiletten abgeperrt, berichtet Listing. Auch den Vorwurf, er habe seine Kinder von der Umwelt isoliert, weist er weit von sich. Htte ich sie denn dann in die Schule gehen lassen?, fragt er rhetorisch.

Von Seiten des Kreises kann und will man dazu nicht viel sagen. Wir mssen die Persnlichkeitsrechte schtzen, aber alles ist ordnungsgem verlaufen, betont Vize-Landrat Winfried Becker, der auch die Aufsicht ber das Jugendamt hat und fgt an: Wir haben festgestellt: Es geht nicht mehr. Dazu gibt es einen Gerichtsbeschluss. Gegen den will Listing nun juristisch vorgehen. Seine Anwltin prft derzeit die Chancen einer Beschwerde.

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