,Menü’ statt ,Anstalt’: JVA Schwalmstadt bildet ihren 144. Koch aus

...doch Entenbrust mit Pommes Duchesse und Rotkohl gibt es nicht alle Tage in der JVA. Fotos: Koester
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...doch Entenbrust mit Pommes Duchesse und Rotkohl gibt es nicht alle Tage in der JVA. Fotos: Koester

Ziegenhain. Eine Karotten-Lauchsamtsuppe, gefolgt von gefüllter Ente an Apfelsoße, dazu Herzoginkartoffeln und Rosenkohl, und zum krönenden Abschl

Ziegenhain. Eine Karotten-Lauchsamtsuppe, gefolgt von gefüllter Ente an Apfelsoße, dazu Herzoginkartoffeln und Rosenkohl, und zum krönenden Abschluss: warmer Apfel-Haselnussstrudel mit Vanille-Schokosoße.

Wer nun glaubt, diese Speisenfolge, die einem das Wasser im Mund zusammenfließen lässt, stamme aus einem Nobelrestaurant, der irrt. Dieses Drei-Gänge-Menü wurde von den Auszubildenden der Lehrküche in der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt serviert.

Anlässlich ihrer Abschlussprüfung, die nach zweijähriger Ausbildung am vergangenen Mittwoch stattfand, mussten die angehenden Köche selbstständig ein Menü auf den Tisch zaubern. Für je sechs Personen richteten die Prüflinge ihre Kreationen auf weißen runden oder sogar viereckigen Porzellantellern an, von denen zwei direkt an die Prüfer gingen.

Über die übrigen Portionen durften sich die Gäste freuen, unter ihnen Vertreter der IHK, des Bildungsträgers, der JVA sowie die beiden Lehrer. So gingen an diesem Tag 36 Portionen von den sechs Azubis über den Tresen und die anwesenden "Restaurantkritiker" ließen es sich schmecken.

Während die Letzten noch ihr Dessert genossen, verkündete Hermann Thiel, Vorsitzender der Prüfungskommission, das Ergebnis. Fünf Teilnehmer erhielten sofort ihren Gesellenbrief, ein weiterer werde sich noch einer Nachprüfung unterziehen müssen, erklärte der Küchenmeister.

Abgekämpft, aber glücklich, standen die Prüflinge in ihrer dunklen Kochkleidung vor der Essensausgabe und freuten sich über den Applaus der Gäste.

Schutz vor Rückfall

Wilfried Porada, Leiter der Erwachsenenbildung in der JVA, dankte allen, die diesen Ausbildungsgang unterstützt hatten. "144 Teilnehmer haben bisher in 22 Lehrgängen diese Umschulung erfolgreich absolviert", sagte er nicht ohne Stolz. Er gratulierte den frischgebackenen Jungköchen und verwies auf ihre gestiegenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

"Ein Arbeitsplatz sichert ihnen nicht nur den Lebensunterhalt, sondern ist auch ein wichtiger Faktor zur Vermeidung eines Rückfalls in die Straffälligkeit", betonte er abschließend.

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