Mögli schnappt den größten Brocken

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Allmuthshausen. Nachts im Tierpark - kuschelnde Katzen und kämpfende Wölfe.

Allmuthshausen. Es ist stockdunkel im Wildpark. Der Vollmond wird von dicken Regenwolken verdeckt. Trotzdem machen sich an diesem Abend etwa 20 Besucher auf, um einige Tiere einmal bei ihren nächtlichen Aktivitäten zu beobachten.

Paarungszeit

Wildpark-Leiter Dr. Wolfgang Fröhlich begrüßte die Gäste zur ersten Wolfsnacht im neuen Jahr, unter ihnen auch der achtjährige Felix Wolafka aus Hebel. "Wollen wir auch zu den Luchsen", fragte Mitarbeiterin Celia Nitardy und die Antwort viel einstimmig aus. So marschierten die Besucher durch den dunklen Park zum Gehege der Pinselohren mit dem typischen Stummelschwanz. Im Lichtkegel der Taschenlampen entdeckten sie Lucy, Paul und Co., die sich direkt am Zaun tummelten – es ist Paarungszeit.

Bären im Winterschlaf

Auf dem Weg zu den Wölfen gab es noch einen Kurzbesuch bei den Waschbären, deren schwarzweißes Gesicht auch in der Dunkelheit gut zu erkennen ist. "Wozu ist dieser Zaun?", fragte der aufmerksame Felix. "Damit beispielsweise die großen Hirsche nicht zu dicht an das Wolfsgehege kommen und aus Versehen hinein springen", erklärte ihm die Parkführerin. Schon von weitem konnte man die charakteristischen Laute der Wölfe hören, die aber mit dem Bellen der Hunde wenig gemein haben.

Von einer Brücke aus blickten die faszinierten Tierbeobachter in das 7.000 Quadratmeter große Gehege unter ihnen, das sich Alexandra, Mogli und sechs weitere Europäische Wölfe mit zwei Braunbären teilen. Balu und Onni halten zur Zeit jedoch Winterruhe, sodass das Wolfsrudel derzeit die alleinigen Herrscher auf dem Areal stellt. Im hohen Bogen warf Celia Nitardy große Fleischbrocken in die Tiefe und sofort stürzten sich die Wölfe darauf, besser gesagt einer – Mogli. Die anderen warteten lieber auf die nächsten Würfe, doch auch dann setzte sich das sogenannte Alpha-Tier wieder durch.

Geheul aus der Ferne

"Wölfe können bis zu zehn Kilogramm Fleisch auf einmal fressen", erklärte Nitardy, jedoch könnten sie auch lange hungern. Mit Schlagen und Beißen stritten sich die Raubtiere um jedes Stück, das die Mitarbeiterin ins Gehege schmiss. Gespannt verfolgten Felix und die anderen, wie bei der Futterverteilung die Rangordnung im Rudel sichtbar wurde. Als die beiden großen Fleischeimer leer waren, gingen die Teilnehmer weiter zum ehemaligen Wisent-Haus, wo Gudrun und Peter Seeck, zwei der fünf ehrenamtlichen Mitarbeiter des Naturzentrums, schon mit einem kleinen Imbiss und heißem Punsch auf die Gäste warteten. Am wärmenden Lagerfeuer schwärmte Felix von der nächtlichen Tour durch den Wildpark, "das Spannendste war die Wolfs-Fütterung", sagte er und biss selbst genüsslich in seine Bockwurst. Auf dem Weg zum Ausgang konnte man in der Ferne sogar noch einmal die Wölfe heulen hören.

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