Museumsleiter Nachtwey legt überraschend sein Amt nieder

+

Ziegenhain. Unstimmigkeiten hinter historischen Mauern - Nachtwey braucht Auszeit vom Schwälmer Heimatbund

Ziegenhain. Der Kasseler Kunsthistoriker und Pädagoge Konrad Nachtwey hat am Dienstagabend bei einer Vorstandssitzung des Schwälmer Heimatbundes überraschend sein Amt als Museumsleiter niedergelegt. Als Grund nennt er "mehrere persönliche Gründe".Vor fast genau einem Jahr feierte der 79-Jährige im Ziegenhainer Museum der Schwalm seinen Einstand. Eine große Fülle an interessanten Veranstaltungen zog seitdem verstärkt die Besucher in die Mauern des Steinernen Hauses. Besonders seine regelmäßigen Kunstbetrachtungen fanden schnell viele Fans. Auch diejenigen, die mit Kunst eigentlich nicht so viel am Hut hatten, zeigten sich begeistert und lernten Nachtwey und auch die Kunst schätzen.

Wolfgang Rupp, Vorsitzender des Schwälmer Heimatbundes hatte Nachtwey mit den Worten "Wir übergeben dir nicht nur den Schlüssel sondern die Verantwortung für den großen Schatz des Museums", dem Schwälmer Land vorgestellt. Ob eben dieser Schatz, den Wolfgang Rupp vom Schwälmer Heimatbund noch vor wenigen Tagen als "sensationeller Bibelfund" anpries, und der jetzt aber irgendwie doch nicht mehr so sensationell sein soll, das Quentchen an der Abschiedswaage war, sei dahingestellt. Eine Portion Verärgerung und Enttäuschung ist aber sehrwohl in Nachtweys Stimme zu hören, als er im Gespräch mit lokalo24 erzählt, dass er in die Veröffentlichung des Bibelfundes in keinster Weise vom Vorstand eingebunden war.

"Ich bin 79 Jahre alt und bin an mehreren Tagen die Woche von morgens bis abends im Museum gewesen, um der verschnarchten Kiste (Anm. d. Red: Das Museum der Schwalm) neues Leben einzuhauchen. Das Arbeitspensum war außerordentlich hoch. In anderen Museen gebe es dafür einen ganzen Museumsstab. Ich habe gearbeitet bis auf den Nerv", sagt Nachtwey und freut sich auf seine Auszeit. "Ich wurde so herzlich in der Schwalm aufgenommen, darüber bin glücklich. Jetzt brauche ich ersteinmal Abstand vom Schwälmer Heimatbund. Wenn sich die persönlichen Wogen geglättet haben und ein Gespräch auf gleicher Augenhöhe stattfindet, kann ich mir sehr gut vorstellen, wieder meine Arbeit im Museum der Schwalm aufzunehmen. Dann aber bitte nicht mit nur zwei Reinigungskräften und einem Hausmeister im Rücken."Auch Wolfgang Rupp bedauert Nachtweys Rücktritt: "Er hat eine großartige Leistung erbracht. Wir würden uns freuen, wenn er bald wieder zur alten Form findet und wir ihn im Museum der Schwalm begrüßen dürfen."

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Mit dem Rad über die A 49: Aktivisten protestieren gegen den Weiterbau der Autobahn

Rund 150 Aktivisten protestiert am Samstag bei einer Fahrraddemo auf der A 49 gegen den Weiterbau der Autobahn. Am 3. Oktober soll eine weitere Demo stattfinden. Dazu …
Mit dem Rad über die A 49: Aktivisten protestieren gegen den Weiterbau der Autobahn

Werkraum bietet in den Herbstferien Kreativtage für Kinder ab 8 Jahren an

Angst vor Langeweile in den Herbstferien? Der Treysaer Werkraum des Ev. Kirchenkreises Schwalm-Eder bietet dieses Jahr erstmalig an vier Tagen ein spannendes …
Werkraum bietet in den Herbstferien Kreativtage für Kinder ab 8 Jahren an

Wettkampfbetrieb soll im Oktober starten – Kreis will Sportvereine bei Organisation unterstützen

Spätestens Mitte bis Ende Oktober wollen die meisten Hallensportler mit dem Wettkampfbetrieb in den Sporthallen des Schwalm-Eder-Kreises beginnen. Der Landkreis wird die …
Wettkampfbetrieb soll im Oktober starten – Kreis will Sportvereine bei Organisation unterstützen

Jetzt beim ADFC-Fahrradklima-Test 2020 abstimmen: Wie fahrradfreundlich ist der Schwalm-Eder-Kreis?

Ab sofort läuft die Umfrage zum großen ADFC-Fahrradklima-Test 2020. Der Fahrradclub ADFC ruft gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur …
Jetzt beim ADFC-Fahrradklima-Test 2020 abstimmen: Wie fahrradfreundlich ist der Schwalm-Eder-Kreis?

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.