Natur bringt Wachstum - Großprojekt im Nationalpark Kellerwald-Edersee geht voran

Oberurff. Einen spannenden Vortrag über das Naturschutzgroßprojekt im Natur- und Nationalpark Kellerwald-Edersee, hielten der Leiter des Nationalpar

Oberurff. Einen spannenden Vortrag über das Naturschutzgroßprojekt im Natur- und Nationalpark Kellerwald-Edersee, hielten der Leiter des Nationalparks Manfred Bauer und der Sachgebietsleiter für Planung, Naturschutz und Forschung, Achim Frede, im Dorfgemeinschaftshaus Oberurff. Seit der Gründung des Parks versucht man den Ursprung des Buchenwaldgebietes wieder herzustellen und somit den Tieren, Pflanzen und Bäumen ihren eigentlichen Lebensraum wieder zu geben. Und das inzwischen mit Erfolg. So hat man in der Vergangenheit im Bereich des Wüstegartens Nadelhölzer unter größtmöglicher Schonung gefällt, um Platz für Standortgerechte Mischwälder zu schaffen. Neben dem Bestand an Rothirschen, Schwarz- und Muffelwild hat man nach über 50 Jahren die Wildkatze im Kellerwald wieder ansiedeln können. Aber auch Schwarzstörche, Wespenbussarde und zwölf verschiedene Fledermausarten beheimatet der Kellerwald mit wachsender Population.

Kulturlandschaft erhalten

Mit dem Großprojekt möchte man versuchen die "ausgedehnten Buchenwälder sowie die Kulturlandschaft der Region zu erhalten und weiter zu entwickeln", so der Naturparkleiter Achim Frede. Kerngebiete sind hierbei der Nationalpark, die nördlichen Ederseesteilhänge, die Kulturlandschaft Frankenau und Wesetal, sowie der Hohe Keller. Die einzelnen Ziele sind unterschiedlich. Von der Renaturierung ausgewählter Fließgewässer über Sicherungen von Naturwaldflächen bis hin zu Renaturierungen von Mooren und Sumpfwäldern im Bereich des Hohen Kellers hat man sich einiges vorgenommen.Für die Realisierung der Projekte stehen dem Zweckverband Naturpark Kellerwald-Edersee bis zum Jahr 2016 rund 6,2 Millionen Euro zur Verfügung. Hiervon trägt das Bundesumweltministerium 65 Prozent, das Land Hessen 25 Prozent und zehn Prozent die anliegenden Kommunen.Laut Prof. Dr. Hubert Job (Job-Studie) wirkt sich der Nationalparktourismus positiv auf die regionale Wirtschaft aus. Damit würde auch der Schwalm-Eder Kreis Regionalökonomisch profitieren.

Steigende Übernachtungen

Hochgerechnet ergaben sich bei der Studie aus dem Jahr 2007 rund zweihunderttausend Besucher pro Jahr, was einen Einkommenseffekt von rund fünfhunderttausend Euro hätte. Die Übernachtungszahlen würden demnach auch bei den Anrainergemeinden wie Beispielsweise Bad Zwesten steigen, denn rund 40 Prozent aller Gäste im Natur- und Nationalpark sind Übernachtungsgäste. Das diese Zahlen steigen werden, kann man sich sicher sein. Allein der zunehmende Bekanntheitsgrad des Natur- und Nationalparks mit seinen Auszeichnungen trägt maßgeblich dazu bei. Erst am 10. März diesen Jahres verlieh die Weltnaturschutzorganisation IUCN (Internationale Union für Naturschutz) dem Nationalpark Kellerwald-Edersee als ersten Nationalpark Deutschlands das Zertifikat "Erfüllung der Kriterien für Nationalparke und Einstufung des Nationalpark der Kategorie II der IUCN-Richtlinien". Damit aber nicht genug: Im vergangenen Jahr hatte sich ein Zusammenschluss aus fünf Buchenwaldgebieten, "Alte Buchenwälder Deutschlands", um die Annerkennung als Weltnaturerbe beworben.Sollte dieses Vorhaben im Juni durch die Weltkommission in Bahrain positiv entschieden werden, stünden die Buchenwälder Deutschlands auf der gleichen Stufe wie der Grand Canyon in den USA oder dem Great Barrierriff in Australien. Und das wäre tatsächlich ein positiver Regionalökonomischer Erfolg, auch für den Schwalm-Eder Kreis.

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