Für neue Impulse: Auf Informationsfahrt für das Einkauszentrum Ost

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Homberg. "Wir mussten unsere Innenstadt beleben und waren daher gezwungen schnell zu handeln," erklärt Eschweges Bürgermeister Alexander H

Homberg. "Wir mussten unsere Innenstadt beleben und waren daher gezwungen schnell zu handeln," erklärt Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe der Besuchergruppe aus Homberg, mitten in der Eschweger Einkaufszone. Nur ein paar Meter weiter schlendern Eschweger Bürger über den örtlichen Wochenmarkt, um sich mit frischen Lebensmitteln einzudecken.

Die Homberger Besucher sind sich einig, dass auch ihre Oberstadt so belebt sein sollte. Aus diesem Grund wird schon seit längerer Zeit der Bau  eines Einkaufszentrums in der Homberger Innenstadt diskutiert. Im Rahmen dieser Diskussion hat Bürgermeister Martin Wagner kürzlich zu einer Informationsfahrt nach Bebra, Eschwege, Leienfelde und Kassel-Wehlheiden eingeladen.

"Wir wollen mit dieser Fahrt aufzeigen, wie Städte, die ähnliche Probleme wie Homberg hatten, mit dieser Situation umgegangen sind und welche Lösungsstrategien sie ergriffen haben," erklärt Wagner.

So war Eschwege zum Beispiel zuerst Karstadt- und dann Hertie-Standort. Nachdem Hertie insolvent gegangen ist, hatte sich auch die Eschweger Innenstadt schlagartig geleert. "Unsere Innenstadt war innerhalb kurzer Zeit so gut wie tot und wir mussten uns eine Lösung ausdenken," so Alexander Heppe.

Die Rettung, so der Bürgermeister, kam durch die Gründung einer Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) und durch den Bau von zwei Einkaufszentren, mitten in der Innenstadt.  Dabei hat die SEG eng mit dem Denkmalschutz zusammengearbeitet. So wurden einige alte Gebäude zu einer großen Ladenfläche unmgebaut und zusammengefasst, wärend die alte Häuserfront beibehalten und vorhandene Kulturdenkmäler mit integriert wurden.

Handel profitiert

Auch den Städten Bebra und dem thüringischen Leinefelde sind eine unbelebte Innenstadt nicht fremd. Während in Bebra ein 16.000 Quadratmeter großen Einkaufszentrum geplant ist, konnte die Leinefelder City durch den Bau eines großen SB-Lebensmittelmarktes wiederbelebt werden.

"Während der Bauphase haben die ansässigen Einzelhändler vehement gegen dieses Projekt demonstriert," weiß der Leienfeldener Bauamtsleiter Roland Senft zu berichten. Letztendlich hätte der SB-Markt die Innenstadt jedoch belebt, wodurch nun auch die kleinen Einzelhandelsbetriebe profitieren würden.

Huhn oder Ei?

Das Interesse an dieser Informationsfahrt war groß. Insgesamt 50 Homberger Bürger und Vertreter der einzelnen politischen Fraktionen haben teilgenommen.

"Wir müssen endlich handeln. Ich bin fast soweit zu sagen, dass das unsere letzte Chance ist. Wenn wir jetzt nichts tun, könnte es in fünf Jahren trübe aussehen," erklärt der Stadtmarketing-Vorsitzende Heider Olten.

Auch Dietmar Groß von den Freien Wählern bestätigt, dass "unbedingt etwas getan" werden müsse: "Deshalb möchte ich auf dieser Fahrt Impulse sammeln, damit ich letztendlich Schlüsse ziehen kann, welche Ideen tragbar sind und welche nicht."

Stadträtin Ulrike Otto stellt sich hingegen eine andere Frage: "Brauchen wir wirklich zunächst mehr Geschäfte, um die Oberstadt zu beleben oder sollten wir lieber zuerst in der Innenstadt eine attraktivere Wohnsituation schaffen um auf diese Weise erst die Menschen und dann Geschäfte anzuziehen? Das ist so wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei."

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