Der Neue in der Klasse

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Neukirchen. Unterricht der Zukunft: Steinwaldschule will Tablets einsetzen.

Neukirchen. Zerknitterte Schulhefte und -bücher gehören wohl bald der Vergangenheit an. Immer mehr Schulen setzen in ihrem Unterricht auf Tablet-PC. So auch die Steinwaldschule in Neukirchen. Über den Förderverein der Schule wurden kürzlich in einem ersten Schritt 25 solcher mobilen Geräte angeschafft. "Ziel ist, dass in spätestens vier Jahren jeder Schüler solch ein Gerät im Unterricht benutzt", sagt der stellvertretende Schulleiter Olaf Rödiger. Die integrierte Gesamtschule folgt damit einem Trend, der sich in anderen Ländern bereits erfolgreich den Weg ins Klassenzimmer gebahnt hat.

Deutschland zögert noch

Thailand hat im vergangenen Jahr 850.000 Tablet-PC an Schüler ausgegeben. In den USA hat die Firma Apple bereits viereinhalb Millionen iPads an Schulen und Universitäten verkauft. Die Türkei will sogar 15 Millionen Tablets für Schüler anschaffen. An drei Schulen im schwedischen Stockholm lernen bereits Erstklässler an den Flachrechnern lesen und schreiben. Und in den Niederlanden gibt es elf komplette iPad-Schulen, die ohne Hefte und Bücher auskommen.

Im Vergleich dazu sind die Deutschen bei Computern im Klassenraum traditionell zögerlich. Nur rund 0,5 Prozent der Schulen sind mit Tablets ausgerüstet. "Wir wollen ein Technologieland sein, also müssen wir dafür auch etwas tun. Es kann nicht sein, dass es eine Mauer gibt zwischen einem Alltag, in dem die Schüler von Medien umgeben sind, und Schulen, in denen noch gelernt wird wie vor Jahrzehnten", sagt Rödiger.

Die Vorteile des mobilen Lernens liegen für ihn auf der Hand: Die Geräte können problemlos in allen Klassen eingesetzt werden, es braucht keinen Informatik-Raum dafür, den es gleichwohl immer noch an der Steinwaldschule gibt. Im Gegensatz zu klassischen PC funktionieren die Tablets immer:

Sie müssen nicht erst minutenlang hochgefahren werden und stürzen so gut wie nie ab. Besonders wichtig für die Lehrer: Auch Laien lernen schnell, wie man die Geräte bedient. Rödiger: "Tablets verändern den Unterricht, weil sie Aktivitäten und Interaktionen ermöglichen, die sonst nur mit viel Aufwand verbunden wären: Im Internet recherchieren, Präsentationen erstellen und Referate schreiben." Dank WLAN können die Steinwaldschüler direkt im Klassenraum auf das Internet zugreifen.

Ab Januar sollen die ersten Tablets an der Steinwald­schule über ein Leihsystem in der Mediathek an die Schüler ausgehändigt werden. "Wird solch ein Gerät, beispielsweise für ein Referat benötigt, wird Rücksprache mit dem zuständigen Lehrer gehalten. Erst dann bekommt es der Schüler ausgehändigt.

Auf den Lehrer kommt’s an

Ob sich das Projekt an der Schule etabliert, hängt auch davon ab, inwieweit sich die Geräte als Arbeitsgeräte etablieren statt als Spielekonsole. So oder so: Die Technik allein macht aus schlechtem Unterricht keinen guten. Auf den Lehrer kommt es an. Er muss die Geräte sinnvoll einsetzen. Das kann auch mal bedeuten, die Flachcomputer bewusst zur Seite zu legen.

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