„Niemals aufgeben“

Von ANDREAS BERNHARDMelsungen. Vom Frankfurter Glasscherbenviertel Bonames zur DFB-Organisationschefin der Frauenfuball-WM 2011 i

Von ANDREAS BERNHARD

Melsungen. Vom Frankfurter Glasscherbenviertel Bonames zur DFB-Organisationschefin der Frauenfuball-WM 2011 in Deutschland fr die ehemalige Nationalspielerin Steffi Jones ist dieser Traum wahrgeworden. Nach 111 Lnderspielen beendete die Weltklasse-Spielerin 2007 ihre sportliche Karriere, heute jettet sie durch die ganze Welt, um Werbung fr den deutschen Frauenfuball zu machen das weibliche Pendant zu Franz Beckenbauer. Schon seit vielen Jahren engagiert sie sich aber auch im Rahmen der Aktion Ballance fr Toleranz und Integration durch Sport. Wir trafen sie am Rande des Street-Socker-Turniers in Melsungen und konnten ein paar Fragen stellen.

Frau Jones, als Chefin des Organisations-Kommitees der Frauenfuballweltmeisterschaft 2011 sind Sie zur Botschafterin Deutschlands geworden. Wie fhlt sich das an?

Jones: Ich bin sehr stolz und fhle mich geehrt, dass der DFB diese groe Herausforderung an mich bertragen hat.

Kribbelt es trotzdem noch in den Fen?

Jones: Ja, natrlich! Ich habe ja sehr lange und vor allen Dingen sehr gerne aktiv Fuball gespielt.

Schon seit 2002 sind Sie Schirmherrin der Aktion "Ballance". Heute sind sie in dieser Funktion nach Melsungen zum Straenfuballturnier auf dem Marktplatz gekommen. Was kann und will die Initiative bewirken?

Jones: Als Michael Glameyer (Geschftsfhrer der Aktion Ballance, Anm. d. Red.) mich seinerzeit ansprach, stimmte ich sofort zu und war begeistert von der Arbeit aller Beteiligten. Wir wollen die Toleranz, die Integration und Fair Play frdern. Gerade im Fuball sind diese Botschaften gut transportierbar. Deshalb kann ich mich mit diesem Projekt auch gut identifizieren.

Wo sehen Sie nach fnf Jahren konkrete Erfolge der Initiative?

Jones: Durch das groe Netzwerk von Ballance, welches sich in den letzten Jahren stetig weiter entwickelt hat, haben wir erreicht, was wir wollten: Kindern und Jugendlichen Toleranz und Fair Play nicht nur zu vermitteln, sondern vor allen Dingen vorzuleben. Mittlerweile engagieren wir uns in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und auch in Polen, England und Frankreich.

Sie selbst sind das Kind einer binationalen Beziehung, aufgewachsen in Frankfurter Stadtteil Bonames. In wie weit knnen Sie eigene Erfahrungen in die Aktion "Ballance" einbringen?

Jones: In einem sozialen Brennpunkt aufzuwachsen heit, lernen sich durchzusetzen und seinen Prinzipien treu zu bleiben. Der Fuball war mein Auffangbecken und hat mich sehr geprgt.

Sie gelten als Strahlefrau des deutschen Fuballs, aber in Ihrem Buch "Der Kick des Lebens" beschreiben sie auch die harten Momente und Rckschlge. Welchen Rat geben Sie Mdchen und Jungen, die das Gefhl haben ausgegrenzt zu sein und in einer Sackgasse zu stecken?

Jones: Niemals aufgeben! Immer positiv denken und vor allen Dingen sich selbst Ziele setzen.

Zurck zum runden Leder. Bis zur Frauenfuball-WM ist noch etwas Zeit. Vor der Tr steht aber die Europameisterschaft der Mnner in sterreich und der Schweiz. Werden Sie Zeit haben sich einige Spiele anzusehen?

Jones: Ja, ich bin ein begeisterter Fan und werde unsere Nationalmannschaft auf jeden Fall untersttzen.

Welche Chancen rumen sie dem Team von Jogi Lw ein?

Jones: Ich wnsche mir fr das Turnier eine tolle Stimmung und hoffe, dass die Nationalmannschaft, wie 2006, von Ihren Fans untersttzt wird, dann ist alles mglich.

Frau Jones, wir danken ihnen fr das Gesprch und wnschen ihnen viel Erfolg fr die WM 2011.

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