Ort der Offenheit: Schüler besuchen Pater Bernardino – ein Reisebericht aus Italien von Kerstin Bott

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Von KERSTIN BOTTSchwalm-Eder / La Romita. Wer nach La Romita will muss einen einstündigen Fußmarsch über einen steilen und steinigen Pfad in Kauf n

Von KERSTIN BOTT

Schwalm-Eder / La Romita. Wer nach La Romita will muss einen einstündigen Fußmarsch über einen steilen und steinigen Pfad in Kauf nehmen. Als Belohnung winkt der Anblick des idyllisch gelegenen Klosters an einem grünen Berghang.

Pater Bernardino empfängt uns herzlich und heißt uns, eine Gruppe von Schülern aus Melsungen, willkommen. Schnell werden Stühle für alle herangerückt und Wasser geholt. Dann  fordert Pater Bernardino uns auf, ihm Fragen zu stellen. Er antwortet ausführlich und in bildhafter Sprache. Oft wird er dabei philosophisch und  spricht Lebensweisheiten aus. Auch er hat einen langen Weg hinter sich:

Vor 22 Jahren angefangen

Vor 22 Jahren fing er an, die verfallene Franziskaner-Einsiedelei bei Todi wieder aufzubauen. Oben auf dem Berg gab es zu dieser Zeit "nur Steine, Dornen und Schlangen", berichtet er. Im Rucksack trug er das erste Material zur Restaurierung auf den Berg. 2001 schließlich war das  Kloster mehr oder weniger wieder aufgebaut und sein Traum wahr geworden.

Die Gebäude sind einfach und im typischen mediterranen Baustil. Zwischen ihnen blühen Blumen, im Hof wachsen kleine Zitronenbäume. Zottelige Hunde trotten verschlafen herum.  Doch für Menschen ist hier immer etwas zu tun. Pater Bernardino bittet uns Holz zu holen. Dabei entdecken wir die spartanischen Freiluft-Duschen. Überhaupt: Fließendes Wasser gibt es hier nicht. Was gebraucht wird muss in Eimer gepumpt werden.

Auch rund um das Kloster herum sind Menschen beim Arbeiten. Gerade wohnen sieben Leute hier. Doch nur Pater Bernardino ist immer hier.  Im Winter auch mal zwei Monate ganz alleine.

Suche nach Einfachheit

Aber sobald es wieder wärmer wird kommen die Pilger  sowie Menschen, die nach Einfachheit suchen – und vielleicht auch nach sich selbst. Dann leben im Kloster bis zu 40 Personen. Einsam ist der Pater also nicht.Wir alle sind überrascht von der Offenheit, mit der er uns begegnet. Er fragt und erzählt. Er möchte Dinge weitergeben, ohne sie aufzudrängen. "La Romita kennt keine Gebote", sagt er gerne, "nur Angebote." Man schreibe niemandem etwas vor, sondern lebe vor.

Wir nehmen auch an einer Andacht teil. Dabei merken wir schnell, dass für den Geistlichen das Singen sehr wichtig ist. Musik ist für ihn Lebensfreude. Deshalb ist er auch sofort begeistert, als er hört, dass der Großteil unserer Gruppe zur Big-Band der Geschwister-Scholl-Schule gehört und eine Konzertreise in Melsungens Partnerstadt Todi macht.

Das Mittagessen, das gemeinschaftlich zubereitet wird, stößt bei allen auf große Begeisterung. Es gibt Spaghetti mit selbstgemachtem Pesto, dazu Salat, eine Art Gebäck, Reis, Gemüse und Rotwein. Nach dem Essen wird außerdem noch Kuchen und Espresso gereicht. Ein wahres Festmahl unter einem großen Baum.

Pater braucht Spenden

Wir sind übrigens bei weitem nicht die ersten Melsunger, die diesen schönen Ort kennenlernen dürfen. Einige junge Melsunger haben sogar beim Wiederaufbau des Klosters mitgearbeitet. Und viele ehemalige Schüler kommen wieder an diesen Ort, der nicht nur uns etwas Besonderes zu sein scheint.

PS: Im gesamten Schwalm-Eder-Kreis werden weiterhin Spenden gesammelt, damit Pater Bernardino sein Lebenswerk fortsetzen kann.

Spenden: Partnerschaftsverein Melsungen, Konto-Nr. 001 104 1605, BLZ 520 521 54, Kennwort: Bernardino - Romita

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