Ich bin der Pad-Man: Jungunternehmer Waldemar Panarin (26) will von Nordhessen aus den Kaffeemarkt revolutionieren

Uttershausen. Morgens eine schöne Tasse Kaffee, nach dem Essen einen Espresso und zwischendurch beim Bummel noch eine Latte Machiatto. Das anregende

Uttershausen. Morgens eine schöne Tasse Kaffee, nach dem Essen einen Espresso und zwischendurch beim Bummel noch eine Latte Machiatto. Das anregende Getränk aus der braunen Bohne ist aus dem Leben vieler Menschen einfach nicht mehr wegzudenken. Wohl auch deshalb ist Kaffee noch vor Bier das beliebteste Getränk der Deutschen. Über 400.000 Tonnen Kaffee gingen 2010 über die Ladentheken. Das entspricht etwa drei bis vier Tassen pro Tag und Bundesbürger. Ein riesiger Markt, den sechs große Anbieter unter sich aufgeteilt haben.

Geht es nach Waldemar Panarin soll sich dies ändern, denn der 26-jährige Jungunternehmer aus Uttershausen bei Wabern will nichts weniger, als den Kaffeemarkt ein Stück weit zu revolutionieren. Seine clevere Idee: Individuelle Kaffeepads, die genau jene Mischung enthalten, die dem Kunden am besten schmeckt und dazu noch eine Auswahl, die mehr Abwechslung verspricht.

Businessplan als Student entwickelt

Gesagt, getan: Die Sache mit den vor rund zehn Jahren in Mode gekommenen, praktischen Portionspackungen für Kaffee beschäftigte den Wirtschaftsingenieur schon während des Studiums in Kassel. "Zusammen mit anderen Studierenden habe ich im Rahmen eines Wettbewerbs einen entsprechenden Businessplan entwickelt, der sogar einen Preis gewonnen hat", erzählt Panarin. Doch während die Kommolitonen sich bald wieder anderen Themen widmeten, blieb der junge Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis seiner Idee weiter treu. Die Probleme waren eher praktischer Natur: Wie bekommt man sieben Gramm gemahlenen Kaffee in die kleinen runden Filterfließbeutel?

Zusammen mit seinem Bruder Andreas fing er an, in der elterlichen Wohnung zu experimentieren. "Am Anfang standen wir mit dem Bügeleisen da", erzählt Waldemar Panarin, "um die Beutel zu verschließen." Um mehr zu produzieren, musste eine kleine Maschine her. Doch da nichts entsprechendes auf dem Markt war, waren die Brüder gezwungen alles selbst zu entwickeln und zusammenzubauen.

"Viele Firmen bei denen wir einzelne Teile in Auftrag gegeben haben, fragten ganz neugierig, wofür wir die brauchen", so der Erfinder, der fürchtete, Konkurrenten könnten seine Idee klauen. Stück für Stück ging es weiter. Immer wieder mussten herbe Rückschläge hingenommen werden. "Das Startkapital kam von der Familie und Freunden", so Panarin. Nach zwei Jahren ist es nun endlich soweit: Die Maschine, ein Unikat, läuft. Als Firmenzentrale für ihre Manufaktur nutzen die Brüder eine alte Gaststätte. Wo heute Kaffee-Pads entstehen, tanzten früher Hochzeitsgesellschaften. An der alten Theke stehen Kaffeemaschinen, so dass Besucher auf eine Tasse bleiben können.

Verschiedene Mischungen mit Mausklick

Das eigentliche Geschäft von "Paduno" soll aber übers Internet laufen. Dort kann jeder per Mausklick die verschiedenen Kaffeesorten nach Belieben und seinem persönlichen Geschmack mischen. Qualität und Frische werden groß geschrieben. "Wir sind ganz klar eine Premium-Marke", erläutert Panarin. Und das hat seinen Preis: Ein individuelles Kaffee-Pad kostet doppelt soviel wie im Supermarkt. Trotzdem ist sich der 26-Jährige sicher, mit seiner Idee bald Erfolg zu haben.

"Ich hätte auch nach Frankfurt zu einer Bank gehen können", so der Wirtschaftsingenieur, "dass wäre sicherer gewesen. Aber ich bin eben der Typ Firmengründer." Schon denkt er daran, ein erstes Paduno-Café in Berlin zu eröffnen. Die Firma selbst soll aber in Nordhessen bleiben. "Ich lebe sehr gern hier", betont Panarin, "und warum soll es nicht bald heißen: Der beste Kaffee Deutschlands kommt aus Uttershausen."

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