Plädoyer für mehr Menschlichkeit: Ein Kommentar zum Artikel "Vater tötet Mutter, Sohn soll zahlen"

+

Ein Kommentar von Redakteur Andreas BernhardDer Amtsschimmel kann nicht nur wiehern, er kann auch ziemlich grausam sein. Das zeigt das Verhalten der S

Ein Kommentar von Redakteur Andreas Bernhard

Der Amtsschimmel kann nicht nur wiehern, er kann auch ziemlich grausam sein. Das zeigt das Verhalten der Stadt Melsungen gegenüber Timo P., der sich standhaft weigert, die Beerdigungskosten für seinen Vater zu tragen, nachdem dieser durch die Tötung der Mutter das größtmögliche Leid über die Familie gebracht hat. Eine grausame Tat, die Spuren hinterlassen hat im Leben der Kinder und an der sie heute – 19 Jahre später –  noch leiden.

Sicherlich, der Gesetzgeber gibt vor, dass im Regelfall die Angehörigen die Bestattungskosten zu tragen haben. Doch die Stadt Melsungen und mit ihr Ordnungsamtsleiter Roland Schmidt müssen sich fragen lassen, wo ihr Augenmaß angesichts dieser sehr einmaligen Situation geblieben ist.  Denn: Es gibt immer einen Ermessenspielraum.

Insbesondere die Argumentation, man wolle eine Grundsatzentscheidung erzwingen, lässt Menschlichkeit vermissen. Muss man dafür einen jungen Mann, der auf so grausame weise seine Mutter und letztlich ja auch den Vater verloren hat, durch alle gerichtlichen Instanzen zwingen? Es stellt sich die Frage: Wem dient der Ordnungsamtsleiter? Ist er Diener der Staatsräson oder der Bürger?

Würde man nämlich die Bürger fragen, da darf man ziemlich sicher sein, würden sie Timo P. die Kosten für die Beerdigung nicht auch noch aufbürden wollen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Ellenberg: Guxhagener Katzenhilfe rettet Taubenküken

Die Tauben waren bei Baumschnittarbeiten aus dem Nest gefallen.
Ellenberg: Guxhagener Katzenhilfe rettet Taubenküken

Kreis erhält 720.000 Euro für die Sanierung des Europabad in Treysa

Das Schwimmbad in Schwalmstadt profitiert vom hessischen Förderprogramm SWIM.
Kreis erhält 720.000 Euro für die Sanierung des Europabad in Treysa

Vorhang auf fürs Autokino auf dem Haaßehügel 

Am 21. und 22. August heiß es noch einmal "Vorhang auf für Autokino".  Nach dem Erfolg im Mai gibt es Ende August „Bohemian Rhapsody“ und „25 km/h“ zwei weitere …
Vorhang auf fürs Autokino auf dem Haaßehügel 

Beim Projekt "Sterntaler" gab es nur Gewinner

Schwalmstadt sei eine der schönsten Städte gewesen, die sie bei ihrer Tour auf Grimms Spuren von Kassel bis nach Hanau gesehen haben. Deshalb kamen Neele Rother und …
Beim Projekt "Sterntaler" gab es nur Gewinner

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.