Plötzlich sprang der Funke über - Wettkampf der Feuermacher begeistert Steinzeit-Fans

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Oberaula-Hausen. Es herrschten widrige Bedingungen für die "Horde der Feuermacher", denn es war windig und es nieselte bisweilen. Dennoch

Oberaula-Hausen. Es herrschten widrige Bedingungen für die "Horde der Feuermacher", denn es war windig und es nieselte bisweilen. Dennoch ließen sich sieben Wagemutige auf den Wettkampf der Feuermacher ein.

Die Steinzeitfreunde Hausen hatten zum "Feuer 2012" eingeladen, bei dem das erste Feuer des Jahres entfacht werden sollte, allerdings nur mit prähistorischen Hilfsmitteln.

Steinzeitexperte Ingo Schuster erklärte kurz den Kandidaten, wie man mit einem Feuerstein Funken aus einem Stück Markasit (Mineral) schlägt und damit versucht, die Brösel aus Zunderschwamm (behandelter Baumpilz) zum Glimmen zu bringen.

Das war die einfache Theorie, in der Praxis gestaltete sich das Ganze jedoch etwas schwieriger.

Mit Geduld und Glück

Umringt von zahlreichen Zuschauern, ließen die angehenden Feuerexperten die Feuersteine klicken, was das Zeug hielt und sofort lag dieser typische Geruch in der Luft. "Man muss so lange hauen, bis man was sieht", ermunterte Schuster die "Steinzeitzündler".

Es dauerte eine ganze Zeit, doch plötzlich sprang bei Nicki Heyde der Funke über und das kleine Häufchen Zunderschwamm begann zu glimmen und zu qualmen. Ganz vorsichtig blies er in das kleine Glutnest und legte trockenes Heu nach, das schon bald zu brennen begann. Es qualmte fürchterlich, aber nach wenigen Minuten konnte mit der kleinen Flamme ein großes Feuer entfacht werden.

"Es gehört auch etwas Glück dazu", erklärte Ingo Schuster, denn auch vor 30.000 Jahren hätte das Feuermachen nicht immer geklappt, so der erfahrene Feuermacher weiter.

"Das war das erste Mal", sagte Nicki Heyde nicht ohne Stolz und erhielt zur Belohnung ein "prähistorisches Feuerzeug", bestehend aus einem Lederbeutel mit den beiden notwendigen Steinen, etwas Zunderschwamm und eine handvoll trockenes Gras mit kleinen Zweigen.

Bei Mammut-Blut, Honigpunsch und Steinzeitwurst ließen die Steinzeitfreunde den Nachmittag ausklingen.

Viel älter als 850 Jahre

Uwe Bickert, von den Steinzeitfreunden Hausen, verwies am Rande des Wettbewerbs auf die steinzeitlichen Funde, die in der Gemarkung Hausen gemacht wurden. Zwar wurde im Jahr 2010 die 850-Jahrfeier veranstaltet, aber die Besiedlung der Region liege schon viel weiter zurück, wie bearbeitete Steine belegten, die in der Gegend gefunden wurden.

Vermutlich "hausten" schon vor 500.000 Jahren einige unserer Vorfahren in Hausen und hinterließen ihre Spuren. "Wir wollen diese Sachen bekannter machen", erklärte der Steinzeitfreund abschließend.

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