Polizei erneut Spitze

Von ULRICH KÖSTERSchwalm-Eder. Schon bei grober Betrachtung zeigt sich die positive Entwicklung des vergangenen Jahres, das Straftataufkommen ist w

Von ULRICH KÖSTER

Schwalm-Eder. Schon bei grober Betrachtung zeigt sich die positive Entwicklung des vergangenen Jahres, das Straftataufkommen ist weiter gesunken und die Aufklärungsquote (AQ) weiter gestiegen. "Beide Kurven gehen in die richtige Richtung", sagte Polizeipräsident Eckardt Sauer vom Polizeipräsidium Nordhessen, mit einer AQ von 64,5 Prozent liege die Polizeidirektion Schwalm-Eder erneut auf dem Spitzenplatz in seinem Zuständigkeitsbereich.

Lob vom Präsidenten

Sauer lobte das Engagement der Mitarbeiter, die "nicht nur ihren Job machen", sie seien vielmehr tief mit der Region verbunden und würden sich mit ihr identifizieren, so der Präsident weiter.

Der stellvertretende Leiter der Polizeidirektion Schwalm-Eder, Kriminaloberrat Achim Kaiser, erläuterte, im vergangenen Jahr seien insgesamt 7499 Straftaten verzeichnet worden, das seien 522 weniger als im Vorjahr und entspräche einem Rückgang um 6,5 Prozent. In einzelnen Deliktsbereichen war allerdings ein Anstieg zu erkennen, beispielsweise bei Straftaten gegen das Leben (Mord/ Totschlag), dort gab es eine Zunahme von zwölf auf 13 Fälle (8,3 Prozent), bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung eine Zunahme von 88 auf 123 Fälle (27,3 Prozent) und die Diebstahlsdelikte stiegen um 1,1 Prozent.

Positiv dagegen stelle sich der Rückgang der Rauschgiftkriminalität (minus 42 Prozent), der Brandstiftung (minus 19 Prozent) und der Sachbeschädigung (minus 17,8 Prozent) dar, erklärte Kaiser, was insgesamt zum geringsten jährlichen Fallaufkommen der vergangenen 20 Jahre führe. Besonders erfreulich bezeichnete er den steten Rückgang der Beteiligung Minderjähriger an den registrierten Straftaten, mit 26,8 Prozent sei das der niedrigste Wert seit 1994, sagte er.

Sicherer Lebensbereich

Mit einer Häufigkeitszahl von 4.082 (Straftaten je 100.000 Einwohner) liege der Schwalm-Eder-Kreis unter dem Wert von Hessen (6.629) und weit unter denen der Ballungsgebiete Kassel (11.287) und Frankfurt (15.977), was ihn zu einem der sichersten Lebensbereiche in Hessen mache, freute sich Kripo-Mann Kaiser.

Kriminalhauptkommissar Reinhard Giesa, der Sprecher der Polizei im Schwalm-Eder-Kreis, ging gesondert auf Einbruchsdelikte ein, speziell in gewerblichen Betrieben sei dort ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Er wies darauf hin, dass die Polizei kostenlose Beratungen anbiete, denn durch "technische Aufrüstung" blieben viele Einbrüche schon im Versuchsstadium stecken.

Auch die politisch motivierte Kriminalität (PMK) wurde gesondert beleuchtet, insgesamt waren 74 Straftaten erfasst worden, davon über drei Viertel aus dem rechten Spektrum. "Wir können rechte Tendenzen nicht abschaffen", sagte Kriminaloberrat Kaiser, das müsse in der Gesellschaft geschehen, "wir haben es aber recht gut im Griff", betonte er und nannte die gute Zusammenarbeit mit den Kommunen, verschiedenen Verbänden und Vereinen als richtigen Schritt in diese Richtung.

Abschließend zeigte Pressesprecher Giesa noch all jene Bereiche auf, die zwar nicht in der Kriminalstatistik erscheinen, wie beispielsweise Präventionsmaßnahmen gegen Gewalt, Drogen oder Gefahren durch das Internet, Kontrollen im Straßenverkehr, Vermisstensuche oder auch die Jugendverkehrsschule, die aber letztendlich die Säulen der polizeilichen Arbeit seien und somit für die Sicherheit und das Wohl der Bürger sorgten.

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