Des Pollers Gnadenfrist

Von ALEXANDER GBERTHomberg. Die Diskussion um ein Fr oder Wider der Fugngerzone in Homberg will nicht enden. Am Homberg

Von ALEXANDER GBERT

Homberg. Die Diskussion um ein Fr oder Wider der Fugngerzone in Homberg will nicht enden. Am Homberger Markplatz bleibt aber vorerst alles beim Alten. Pnktlich um Mitternacht gibt der Poller an der Westheimer Strae auch weiterhin den Weg auf den Marktplatz frei. Ab 11 Uhr morgens ist dann wieder Schluss mit Durchfahrt. Darauf hat sich am Donnerstagabend in der Homberger Stadthalle das Stadtparlament verstndigt. Die Veranstaltung war ffentlich: Viele Homberger verfolgten die Diskussion. Nicht wenige hofften auf eine klare und vor allem dauerhafte Entscheidung. Die blieb aus.

Gemeinsam getragene Lsung

Wir halten immer noch nicht den Stein der Weisen in den Hnden, sagte Claudia Ulrich (CDU). Die momentane Situation sei aber im Sinne der Werbegemeinschaft (WeGe). Man msse dennoch mit Augenma zu einer gemeinsam getragenen Lsung kommen zum Wohle Hombergs. Als alles andere als tragfhig beschrieb Klaus Blling vom Bndnis 90/Die Grnen die jetzige Situation und sprach sich klar fr eine reine Fugngerzone aus. Denn: Autos allein bringen noch lang kein Leben in die Stadt. Vielmehr hnge es von einem attraktiven Angebot auf dem Markplatz ab. Blling: Wir mssen umdenken und nach auen klar machen: Homberg ist kundenfreundlich. Zur Zeit wrden trotz Parkbuchten die Autos wild geparkt. Mit einem klaren Nein gegen die derzeitige Lsung schloss er sein Pldoyer.

Konstruktive Kritik

Offen fr konstruktive Kritik ist die Homberger SPD. Das sagte zumindest deren Fraktionschef Stefan Gerlach. Es mssten planerische Voraussetzungen geschaffen werden, um mglichen Investoren den Markplatz schmackhaft zu machen. Eine Kompromisslsung schrecke Geldgeber nur ab. Auerdem: Den Wunsch der Homberger gebe schlielich das Ergebnis der krzlichen Umfrage wieder. 2.000 htten fr eine Fugngerzone gestimmt. Reprsentativ war diese Umfrage allerdings nicht. Gerlach: Wenn die Kaufleute ber einbrechende Umstze klagen, dann sollten die ihr Geschftsgebahren mal berdenken. An eine positive Entwicklung des Markplatzes im Sommer glaubt Manfred Ripke (FDP) und stimmte fr eine Verlngerung der Kompromisslsung. Wir werden sehen wie es sich entwickelt. Kurz nachdem Stadtverordnetenvorsteher Bernd Pfeiffer die Versammlung schloss, gab der Poller den Weg zum Markplatz wieder frei vorlufig.

Zwischenruf von Gerald Schmidtkunz

Dass Hombergs Stadtvter einmal mehr keine klare Lsung um die Pollerfrage in der Westheimer Strae finden wrden, war so sicher wie das Amen in der Kirche. Seit November lief die Erprobungsphase fr eine zeitlich befristete Marktplatzsperrung. Es war schon mutig, diese Bewhrungsprobe inmitten der kalten Jahreszeit auszurufen, in der sich die schne neue Sandsteinmauer und die Kinderwasserspiele zum Verweilen am Markt ebenso einladend prsentierten wie ein zugefrorener Badesee. Als geradezu grotesk muss man die probeweisen ffnungszeiten fr den Fahrzeugverkehr bezeichnen. Just zur Geisterstunde gibt der Poller den Weg fr den Autoverkehr frei hinein in eine Geisterstadt. Elf Stunden lang mssten sich Passanten dann durch den Verkehr gestrt fhlen wenn sie denn tatschlich ber den Marktplatz spazierten. Genau das tun sie aber nicht. Weder nachts noch tagsber platzt die City vor lauter shopping-freudigen Besuchern aus den Nhten. Der Streit um die Marktplatzffnung verkommt damit zu einem Herumdoktern an Symptomen. Die Probleme Hombergs als attraktive Einkaufsstadt grnden jedoch wesentlich tiefer. Die Geschftsleute rund um den Marktplatz haben das lngst erkannt. Bedauerlicherweise aber blieb ihr Ansatz einer Bestandsaufnahme und Konzeptentwicklung durch Stadtmarketing-Guru Christian Klotz im Vorwurf des Geflligkeitsgutachtens stecken. Verwundert fragt man sich, fr wen in einer von Leerstnden bedrohten Kreisstadt eigentlich Politik gemacht wird, wenn nicht gleichermaen fr Brger und Handel? Klare Ansage ans Rathaus: Ladengeschfte sind fr die gesunde Infrastruktur einer Stadt wesentlich mehr als nur das schmckende Beiwerk fr beschauliches, ungestrtes Eisessen in lauer Frhlingsluft!

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