Post baut ab - Heimbacher vermissen ihren Briefkasten

Heimbach. Da wo noch vor rund sechs Wochen in dem Gilserberger Ortsteil Heimbach der Briefkasten der Deutschen Post hing, ist jetzt nicht mehr als ein

Heimbach. Da wo noch vor rund sechs Wochen in dem Gilserberger Ortsteil Heimbach der Briefkasten der Deutschen Post hing, ist jetzt nicht mehr als ein schmutziger Abdruck an der Mauer des ehemaligen Gefrierhauses zu erkennen. In einer, so Bürgermeister Lothar Vestweber "Nacht-und-Nebel-Aktion", hat der Gelbe Riese den einzigen Briefkasten in Heimbach abmontiert. Zwar hätte der früher oder später eh weichen müssen – das Gefrierhaus wird im Zuge der Dorferneuerung abgerissen – die Dreistigkeit liegt aber in dem Wie begründet. "Die Post hätte uns darüber doch wenigstens mal informieren können. Eine kurze Mitteilung hätte genügt. Aber Pustekuchen! Plötzlich war der Kasten weg", schimpft Vestweber auf das Unternehmen. Erst durch Anrufe aus der Bevölkerung habe er davon erfahren.

Versprochen ist versprochen

Zwar hätte man ihm, seitens der Deutschen Post in Frankfurt, schnelle Abhilfe versprochen, getan habe sich aber lange nichts. Wenn die rund 100 Einwohner des beschaulichen Dörfchens jetzt ihre Briefe verschicken wollen, müssen sie entweder drei Kilometer Weg bis zum nächsten Briefkasten in Lischeid oder Schiffelbach in Kauf nehmen oder aber dem Briefträger persönlich ihre Briefe in die Hand drücken. "Wir müssen uns quasi auf die Lauer legen und solange warten bis der Zusteller vor der Haus­tür auftaucht. Wer ihn verpasst, guckt in die Röhre", sagt Hannelore Bieber. Sie betreibt in Heimbach einen kleinen Nachbarschaftsladen. Der Briefkasten hing sonst immer auf der gegegenüberliegenden Straßenseite. Bis auf diesen einen kalten Wintermorgen mitten im Januar diesen Jahres: "Ich habe meinen Augen kaum getraut. Der Kasten war wie vom Erdboden verschluckt. So kann man in der heutigen Zeit doch nicht mit seinen Kunden umgehen", schimpft Bieber auf die Deutsche Post. Auf Anfrage des Schwälmer Boten sagt Reiner Schüttler von der Transportplanung der Deutschen Post: "Noch in der kommenden Woche bekommt Heimbach wieder einen Briefkasten – Versprochen!".

Gelb Geärgert

Der "Gelbe Riese" macht sich schlank – und seine Kunden sauer. Überall in Deutschland schließen Post-Filialen, müssen sich Bürger mühsam  die Postleistungen bei Zeitschriftenläden und Supermarktketten erfragen. Hier nur Briefe, da keine Leistungen der Postbank. Ärgerlich, einfach nur ärgerlich. Ein beispielhaftes Erlebnis über den fehlenden Service des Giganten "Deutsche Post" steuerte jetzt auch Rita M. aus Kassel bei. Sie wollte schlichtweg Briefmarken kaufen. Keine große Sache, sollte man denken. Doch nachdem sie in der Filiale an der Friedrich-Ebert-Straße zunächst an der späten Öffnungszeit (ab 9 Uhr) scheiterte und nach Arbeitsende sich einer riesigen, im Schneckentempo bewegenden Schlange gegenüber sah, führte ihr Weg zum Automaten vor der Tür. Alles schien einfach:  Briefmarken-Wert bestimmen, Geld einwerfen. Doch dann: "Der Automat wechselt nicht. Das habe ich erst später gelesen. Dafür bekam ich den Differenzwert ebenfalls in Briefmarken ausgezahlt. Und frage mich nun: Was soll ich mit einer 5-Cent-Marke?", ärgerte sich unsere Leserin.Haben auch Sie ähnliche Erfahrungen mit der Post gemacht und  möchten Ihrem Ärger Luft machen? Dann melden Sie sich bei uns – per E-Mail unter redaktion@schwaelmer-bote.de. Oder schreiben Sie uns an Schwälmer Bote, Entengasse 7, 34576 Homberg / Efze. Wir werden Ihren Geschichten nachgehen in unserer Rubrik "Gelb geärgert".

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