Aus dem prallen Leben gegriffen - Dorfbühne Beuern wurde am Wochenende vom Publikum gefeiert

Beuern. Am vergangenen Freitag war die Premiere des neuen Theaterstückes der Dorfbühne Beuern, mit dem Titel: "Im Becher ertrinken mehr Leute a

Beuern.Am vergangenen Freitag war die Premiere des neuen Theaterstückes der Dorfbühne Beuern, mit dem Titel: "Im Becher ertrinken mehr Leute als im Bach." Die Geschichte dieses Theaterstückes aus dem 18. Jahrhundert ist eine wahre Geschichte, die sich in Beuern zu der damaligen Zeit so oder so ähnlich abgespielt haben kann.In alten Akten, für die Chronik zur 800-Jahr-Feier gewälzt, wurden Teile dieser Geschichte gefunden und zu einem Theaterstück umgeschrieben. Gesammelt und geschrieben wurde das Stück von Erika Carstensen-Bretheuer, die auch Regie führte und die einzelnen Rollen mit 22 Schauspielerinnen und Schauspielern im Alter von acht bis 73 Jahren einstudierte.  Die Darsteller haben alle fast ein Dreivierteljahr jeweils einmal in der Woche geübt und sich in die Rollen sehr gut einfühlen können und auch das Gefühl für die damalige Zeit gut vermittelt.Das Theaterstück beginnt mit dem Streit um die Holzzuteilung für die Beuernschen Bauern von der Stadt Felsberg. Aber dies ist nur ein Nebenschauplatz, hauptsächlich geht es um einen Ackermann, (damalige Bezeichnung für einen Landwirt) der einen Leihebrief (eine Art Pachtvertrag) für den größten Hof im Dorf hat. Und um diese Familie Beigereiff, ihre Verwandtschaft und das Gesinde herum wird das ländliche Leben auf einem Hof im 18. Jahrhundert bildlich dargestellt. Es wird geheiratet und gestorben, es wird geschlachtet und Kirmes gefeiert und natürlich wird, wie der Titel schon sagt,  auch viel getrunken. Am Ende geht es um das Erbe, denn die Schulden sind mittlerweile höher als der Wert des Hofes, so dass fast alle erbberechtigten leer ausgehen und betteln gehen müssen. Dies taten sie dann auch sehr anschaulich sogleich im Saal des Dorfgemeinschaftshauses.

Mit Feuereifer dabei

Auch der erste namentlich bekannte Schulmeister von Beuern, Heinrich Vöckell, (dargestellt von Mario Queckbörner) kommt in dem Theaterstück vor. Es unterrichtet die Beuernschen Kinder im Winter und im Sommer hat er sein Auskommen als Schneider. In diesen Zeiten müssen die Schulkinder noch Schulklippern (Holzscheite für den Kachelofen in der Klasse) mitbringen und dem Lehrer zeigen, dass ihre Hände auch sauber sind. Der Schulmeister darf noch mit dem Stock drohen und diesen auch benutzen, falls er nicht rechtzeitig mit einem Stück Speck abgelenkt wird.Die Kinder, welche die Schulklasse dargestellt haben, sind zwischen acht und 15 Jahren und waren bei den Proben mit Feuereifer dabei. Ihnen allen hat das einüben der Rollen viel Spaß gemacht, aber trotzdem waren sie vor der Premiere doch ein wenig nervös. Aber sie machten ihre Sache sehr gut. Immer wieder  kam es zu Zwischenapplaus bei den einzelnen Szenen und am Ende gab es viel verdienten Applaus für alle Darsteller.

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