Ramsauer setzt Zeichen

Treysa. Großer Bahnhof für Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer beim Spatenstich für den Weiterbau der A 49 zwischen Neuental und Schwalmstadt. N

Treysa. Großer Bahnhof für Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer beim Spatenstich für den Weiterbau der A 49 zwischen Neuental und Schwalmstadt. Nicht nur die gesamte Polit-Prominenz aus dem Schwalm-Eder-Kreis hatte sich zwischen Treysa und Frankenhain eingefunden, um den Minister aus Berlin zu begrüßen, auch Befürworter und Gegner des Baus hatten aus diesem Anlass mobil gemacht. Doch trotz hitziger Diskussionen am Rande der Veranstaltung, blieb die Stimmung insgesamt ruhig.

Anachronismus

So konnte Ramsauer, der erst mit einiger Verspätung eintraf, nur durch wenige Zwischenrufe unterbrochen, fast ungestört seine Rede halten. In dieser betonte er die Bedeutung des Projekts für die Verkehrsinfrastruktur Hessens und bezeichnete die Lücke zwischen A49 und dem Anschluss an die A 5 als "Anachronismus". Er nehme aber auch die Bedenken der Gegner ernst, so Ramsauer, man werde alles tun, um die Umwelt zu schonen. Dies müsse aber gegen den Nutzen für die Menschen abgewogen werden. Er selbst rechne noch in diesem Jahr auch mit der Planfeststellung für die beiden weiteren Bauabschnitte bis nach Gemünden.

Finanzierung weiter unklar

Zur weiterhin unklaren Finanzierung durch den Bund, wollte der Bundesverkehrsminister allerdings keine konkrete Antwort geben. Alles hänge vom Bundesetat ab, dessen Eckpunkte in den nächsten Tagen ausgehandelt werden. Das Fazit von Ramsauer: "Es wird gebaut, aber wie schnell die Gelder fließen kann ich nicht sagen."

Viele Jahre Stillstand

Dessen ungeachtet bezeichnete Hessens Verkehrsminister Dieter Posch den Baubeginn als "einen Meilenstein nach

vielen Jahren des Stillstandes". Es sei gelungen mit dem Bund "eine einvernehmliche und tragfähige Lösung bezüglich des weiteren Fahrplans für die A 49" zu finden. Alle Vorgaben zum Artenschutz seien dabei zu 100 Prozent erfüllt. Er appelliere daher an die Gegner, nicht mehr gegen das Projekt zu klagen.

Mit den jetzt vom Bund zur Verfügung gestellten 60 Millionen Euro sollen zunächst zwei Brücken über die L 3155 sowie der 899 Meter lange Tunnel "Frankenhain" in Angriff genommen werden. Die beiden Brücken sollen bis Herbst 2012 fertig gestellt sein, dann beginnen die Arbeiten an der Tunnelröhre. Die Gesamtkosten für den zwölf Kilometer langen Abschnitt der A 49 werden auf 205 Millionen Euro geschätzt.

Enttäuschte Gegner

Enttäuscht zeigte sich Reinhard Forst, Sprecher der Aktionsgemeinschaft "Schutz des Ohmtals", die den Weiterbau bekämpft: Noch vor kurzem habe das Bundesverkehrsministerium Rechtssicherheit für das Gesamtprojekt gefordert, so betonte er, den Spatenstich sehe er daher als "glatten Rechtsbruch". Es gehe um die Frage der politischen Glaubwürdigkeit.

Ganz anders die Reaktion von Norbert Heller, Sprecher der Bürgerinitiative Pro A 49: "Der Weiterbau war längst überfällig", so seine Überzeugung, denn die Menschen an der B 3 sehnten sich nach der Autobahn.

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