Regen wird teuer: Stadtparlament beschließt neue Abwassersatzung

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Borken. Für Hauseigentümer mit größerem Grundstück kann die Belastung durch die Niederschlagsgebühr letztendlich höhere Kosten bedeuten.

Borken. Die Abgeordneten des Stadtparlaments haben unlängst in einer öffentlichen Sitzung die noch gültige Entwässerungssatzung ab 1. Januar 2014 außer Kraft gesetzt und ein neues verbindliches Regelwerk folgen lassen. Das bisherige Abwasser wird zukünftig in Schmutzwasser und Niederschlagswasser unterteilt. Die Abrechnung des Schmutzwassers erfolgt nach bisherigem Frischwasserverbrauchsprinzip, also jener Menge, die der Verbraucher den kommunalen Leitungen für eigene Zwecke entnimmt.

Für das neue Niederschlagswasser gelten der bebaute Teil des Grundstücks sowie die versiegelten abflusswirksamen Flächen als weitere Berechnungsgrundlage. Voraussetzung ist, dass darauf abfließendes Regenwasser in die öffentliche Kanalisation mündet.

Entscheidend für die Berechnung der zukünftig anfallenden Kosten ist die Zugehörigkeit zum jeweiligen Klärgrubenbereich, Gombeth oder Trockenerfurth. Zugehörige zur Gombether Grube zahlen zukünftig 3,33 Euro pro Kubikmeter verursachtes Schmutzwasser sowie 0,42 Euro pro Quadratmeter bebaute und versiegelte Fläche, während die angeschlossenen Grundstückseigentümer im Bereich Trockenerfurth für die gleiche Leistung 3,74 Euro beziehungsweise 0,57 Euro aufbringen müssen.

Die Einführung des neuen Verfahrens ist Folge einer  Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes vom 2. September 2009 und hat das Ziel, die Abrechnung der Gebühren zukünftig gerechter nach dem Verursacherprinzip zu gestalten.

Für Hauseigentümer mit größerem Grundstück kann die Belastung durch die Niederschlagsgebühr letztendlich höhere Kosten bedeuten. Bei Mehrfamilienhäusern kann durch die Verteilung auf die einzelnen Einheiten das Gegenteil eintreten.

Die Stadt signalisiert seinen Bürgern Transparenz. Jeder Interessierte könne jederzeit in den Amtsstuben Einsicht in die dort vorliegenden Abrechnungsunterlagen öffentlicher Gebäude nehmen.

Bernd Zuschlag, Vorsitzender der nordhessischen Bürgerinitiative Klärwerk, versichert: "Wir freuen uns natürlich über derart neue Töne und erkennen darin eine Bestätigung unserer Arbeit. Trotzdem gehen wir unseren gewohnten und bewährten Weg weiter und verfolgen aufmerksam die Geschehnisse und Ereignisse im Zusammenhang mit dem neuen Abrechnungsmodus. Es ist und bleibt das erklärte Ziel, die Bevölkerung in Borken (Hessen) und Umgebung aktuell auf dem Laufenden zu halten und sie mit der anstehenden Thematik vertraut zu machen. Besonders unseren Mitgliedern werden wir weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen."

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