Region angeblich nicht "geheimnisvoll" genug

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Der Schwalm-Eder-Kreis wurde bei hr-Voting auf die hinteren Ränge verwiesen

Schwalm-Eder. Das Ranking-Fieber des Hessischen Rundfunks hat noch immer nicht nachgelassen. Nach den beliebtesten Kirchen, Märchen, Schlössern oder Ausflugszielen der Hessen, konnten die Zuschauer des hr-Fernsehens zuletzt die "beliebtesten geheimnisvollen Orte der Hessen" wählen. Dabei wurde der Schwalm-Eder-Kreis zwar mit drei Beiträgen bedacht, allerdings landeten diese auf den hinteren Rängen.

Unbekannter Ursprung

Während der Jungfrauenbrunnen in Dautphetal-Buchenau, die Richtstätte Beerfelden und das Rote Moor in der hessischen Rhön das Siegertreppchen besetzen, schaffte es der Felsenkeller von Besse auf Platz 30.

Der  Felsenkeller befindet sich unterhalb der evangelischen Dorfkirche des Edermündener Ortsteiles. Offensichtlich wurden die etwa 30 Meter langen, drei Meter hohen und bis zu vier Meter breiten Gänge des Kellers von Menschenhand in das Gestein getrieben. Von wem und zu welchem Zweck dies geschehen ist, ist bis heute nicht geklärt. Auch Hinweise auf das Alter des Bauwerkes konnten bisher nicht gefunden werden. Der Felsenkeller wurde erst vor wenigen Jahren von Mitgliedern des örtlichen Geschichtsvereins wiederentdeckt.

Gruß aus der Steinzeit

Platz 31 belegt das Steinkammergab von Züschen bei Fritzlar. Die in der zweiten Hälfte des vierten Jahrtausends vor Christus in den Boden eingelassene Kammer ist 20 Meter lang und 3,50 Meter breit. Die Längswände bestehen aus je zwölf Sandsteinplatten. Die eigentliche Grabkammer wird durch eine Abschlussplatte von einem kleinen Vorraum getrennt. In der Mitte dieses Steines befindet sich eine kreisrunde Öffnung. Dieses so genannte Seelenloch könnte eine kultische Verbindung zwischen den Lebenden und ihren Ahnen darstellen.

Das Steinkammergab ist vor allem für seine Steingravuren bekannt. Neben Fischgrätenmustern finden sich zahlreiche senkrechte Linien mit einem nach oben geöffneten Halbbogen darüber. Archäologen deuten die Zeichen als Rinderdarstellungen.

Geburtsort Hessens

Die Mader Heide bei Gudensberg-Maden, hat es auf Platz 39 geschafft. Die weite Ebene zwischen Eder und Fulda diente den Urhessen  als wichtiger Versammlungsort.  Landgraf Karl von Hessen-Kassel war der erste, der an dieser Stelle archäologische Ausgrabungen machte, um seine Herrscherrechte direkt vom germanischen Stamm der Chatten abzuleiten.  Dabei wurden zahlreiche vor- und frühgeschichtliche Funde aus der Eisenzeit, sowie Steinbeile und Grabanlagen aus dem 1. Jahrtausend v. Chr. entdeckt.

Im Jahr 1247 bestimmten sich die Hessischen Adligen dort den dreijährigen Heinrich, Enkel der Heiligen Elisabeth von Thüringen und Sohn der Herzogin Sophie von Brabant, zum Landgrafen Hessens. Sophie hielt das "Kind von Brabant" in die Luft, damit die Adligen des Landes ihm huldigen konnten.

Die "falsche" Weiße Frau

Neben den drei genannten Sehenswürdigkeiten aus dem Schwalm-Eder-Kreis ist Nordhessen bei diesem Ranking mit Orten und Geschichten wie dem schwarzen Ritter von der Kasseler Löwenburg, dem Edersee-Atlantis, den Kasseler Skelettfunden oder den Wolkenbrüchen von Trendelburg zahlenmäßig gut vertreten.

Warum die "Weiße Frau" von Bad Homburg, Dreirach und Eschwege  jedoch geheimnisvoller als die Weiße Frau des Homberger Schlossberges sein soll, bleibt dabei mehr als fraglich.

Die Platzierungen der geheimnisvollen Orte

1. Jungfrauenbrunnen (Dautphetal-Buchenau)2. Richtstätte Beerfelden3. Rotes Moor (hessische Rhön)4. Milseburg (Hofbieber)5. Felsenmeer (Odenwald, Lautertal)6. Burg Frankenstein (Mühltal)7. Hexenturm Marburg8. Saurierfährten von Eiterfeld9. Der schwarze Ritter der Löwenburg (Kassel)10. Geisterheer der Rodensteiner (Fränkisch-Crumbach)11. Keltenfürst vom Glauberg (Glauburg)12. Gelnhausen – Stadt des Hexenwahns13. Dillenburger Kasematten14. Schweinberger Moor (Schweinsberg)15. Edersee Atlantis16. Anatomicum Marburg17. Der Teufel vom Vogelsberg18. Stinksteinwand (Meißner)19. Frau-Holle-Teich (20. Postraub in der Subach (Gladenbach-Mornshausen)21. Das Wunder von Gottsbüren22. Teufelshöhle von Steinau23. Grabhügelfelder im Laubacher Forst24. Skelettfunde Kassel25. Gespenst auf Burg Brandenfels (Herleshausen)26. Die Kelten am Dünsberg27. Steinrelief Hirschhorn am Neckar28. Waldecker Kerker29. Wolkenbrüche von Trendelburg30. Felsenkeller von Besse31. Steinkammergrab Züschen32. Die weißen Frauen von Bad Homburg, Dreieichenhain und Schloss Wolfsbrunnen33. Der Schinderhannes (Naturpark Hochtaunus)34. Das Licht von Wanfried35. Wichtelkirche (Zierenberg)36. Rheingauer Gebück37. Kornkreise in Hessen38. Schlachtfeld von Wilhelmstal39. Mader Heide (Gudensberg-Maden)40. Die Schüsse von Wahlhausen

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