Reise durch die Zeit: Via Modellbahn ins Jahr 1945

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Borken. Eine Reise zurück in die Zukunft. Am Güterbahnhof in Borken ist das möglich.

Borken. Mittwochabend, Güterbahnhof Borken. Ein wenig versteckt ums Eck, öffnet sich das Tor zur Zeitreise. Über eine steile Treppe gelangt man in einen einst verstaubten Raiffeisen-Lagerraum. Dort trifft sich seit über 25 Jahren der Modellbahnverein "Eisenbahnfreunde Borken e. V.". Und hat in liebevoller Detailtreue die Eisenbahnstrecke Borken-Treysa nachgebaut.

"Es macht Spaß, sich in eine andere Zeit zu versetzen", erzählt der 13-jährige Friedrich Siebert. Denn es handelt sich nicht etwa um den aktuell baufälligen, maroden Bahnhof Borken, sondern um eine rund 90-fach verkleinerte Miniaturversion des imposanten und belebten Gebäudes der Nachkriegszeit (1945 bis etwa 1968). "Meine Freunde finden das zwar nerdig , aber das ist mir egal", sagt er begeistert (Anmerk. d. Red.: nerdig=streberhaft, außenseiterhaft). Und Friedrich ist nicht der einzige junge Modellbahn-Fan. Auch seine Freunde Tim Göbel und Marvin Mander haben die Leidenschaft für die Miniaturnachbildung der Bahnstrecken und Landschaften für sich entdeckt. Statt Smartphone-Apps, Playstation und Facebook suchen die Jugendlichen lieber den direkten Kontakt und bauen mit voller Hingabe Landschaften und Gebäude selbst.

Der große Altersunterschied zwischen ihnen und den meisten anderen Mitgliedern – der Altersdurchschnitt liege jenseits der 65 – stört sie dabei wenig. Denn sie lernen viel von den Älteren. Zwar haben die Eisenbahnfreunde nun auch die neuesten Innovationen in ihre Anlage einfließen lassen – Teile der Bahnstrecken lassen sich digital über eine App steuern.

Aber Jung und Alt sind sich einig: Die analoge Steuerung der Züge macht mehr Spaß. "Natürlich können wir über den digitalen Weg Bahnhofsansagen einbauen und noch vieles mehr, aber das Spielerische geht dabei unter. Das ist jedoch der Sinn der ganzen Geschichte", erläutert Peter Hoppe aus Felsberg, Vorsitzender der Eisenbahnfreunde. "Wenn wir alles in die App eingegeben haben, dann könnten wir uns hinsetzen und zugucken, wie die Bahnen hin und her fahren", sagt der Felsberger.

Für die analoge Bedienung der gesamten Bahnstrecke Borken-Treysa hingegen werden insgesamt fünf Personen gebraucht, die sich über Drehscheibentelefone verständigen und so den Bahnverkehr regeln. Charmante Nostalgie trifft auf neeste Technik – eine Mischung die einzigartig und sehenswert ist.

+++ EXTRA INFO +++

Große Modellbahnaustellung

Am Samstag, 6. September, 12 - 18 Uhr, und Sonntag, 7. September, 10 - 17 Uhr, können die Miniaturlandschaften der Eisenbahnfreunde, Am Güterbahnhof 2 in Borken bestaunt werden. Für Liebhaber und Sammler gibt es auch eine Zubehör-Messe. Eintritt: 3 Euro, Kinder bis 11 Jahre frei.

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