Mit Rotkäppchen gegen Autobahnbau

Von ANDREAS BERNHARD Schwalm-Eder. Das Rotkppchen am Ende den bsen Wolf besiegt, wei jedes Kind. Wohl gerade deshalb ha

Von ANDREAS BERNHARD

Schwalm-Eder. Das Rotkppchen am Ende den bsen Wolf besiegt, wei jedes Kind. Wohl gerade deshalb hatten die Gegner des Weiterbaus der A49 am vergangenen Donnerstag die bekannte Mrchenfigur zum Symbol ihrer Klage gemacht. Wir haben Rotkppchen als Zeugin fr die Unterzeichnung der Klageurkunde hinzugezogen, so erklrte allerdings Heinz Heintzmann vom BUND , weil sie fr die regionalen Schwlmer Interessen steht sowie fr die Pflege der Kulturlandschaft und fr eine angemessene Entwicklung der Region. Trotz frostiger Temperaturen: Die Beurkundung der Klage fand unter freiem Himmel auf einer Wiese an der Landstrae zwischen Frankenhain und Florshain statt. Rund 40 Autobahngegner hatten sich eingefunden. Mit der Wahl der rtlichkeit, so die Organisatoren, wolle man auf die fehlerhafte Bildung des ersten Bauabschnittes zwischen Neuental und Schwalmstadt hinweisen. Keine EntlastungStatt die Region zu erschlieen, werden durch die geplante Anschlussstelle im Westen von Treysa unntige Fahrten durch die Innenstadt heraufbeschworen, legte Heinz Heintzmann noch einmal die Argumente der Autobahngegner dar. Statt der angestrebten Entlastung von Ortsdurchfahrten, werden insbesondere die Innenstadt von Treysa und damit deren Bewohner und die innerstdtischen Verkehrsablufe massiv belastet.Ziel der Klage beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig sei es daher die gravierenden Mngel in der Planung zu beanstanden. Wir wollen die Klage zum Nutzen der Bevlkerung und zum Schutz der Landschaft fhren erklrte Heinz Heintzmann fr den BUND. Daher beinhalte die Klage auch einen Eilantrag, um den mglichen sofortigen Baubeginn gerichtlich aussetzen zu knnen. Nach den bisherigen Erfahrungen knnte der Gerichtsweg ein bis zwei Jahre dauern.

Steigende Verantwortung

Weil die Region Schwalm diese Problematik erst allmhlich erkennt und ihrerseits keine Klage zur Sicherung der stdtischen Interessen fhrt, steigt durch unseren Schritt zur Klage auch unsere Verantwortung fr die gesamte Region fhrte Heintzmann weiter aus. Dazu gehre auch ein alternatives Verkehrskonzept, welches die teilweise vorhandenen Konflikte durch rtliche Lsungen und den zustzlichen Bau von leistungsfhigen Ergnzungsstrecken innerhalb des berrtlichen Netzes bewltigen solle.

Die Kritiker sehen gute Aussichten auf Erfolg, denn die besseren Argumente seien auf ihrer Seite, so betonten sie. Groe Hoffnungen setzten sie auch auf Rechtsanwalt Matthias Mller-Meinecke. Der Frankfurter Anwalt sei nicht nur mageblich am ersten Baustopp der A49 beteiligt gewesen, sondern habe sich im erfolgreichen Eintreten fr Brger- und Umweltinteressen im Zusammenhang mit Groprojekten einen Namen gemacht.Gefahr fr ExistenzenAufgrund der fehlerhaften Planung knnten nach Auffassung der Autobahngegner die erheblichen Eingriffe in Natur und Landschaft und die nachhaltigen, andauernden Belastungen der Menschen mit Lrm, Staub und Abgasen nicht rechtfertigt werden. Zudem seien spezielle artenschutzrechtliche Anforderungen nicht hinreichend gewrdigt worden und machten ebenso wie die fehlerhafte Abschnittsbildung eine Neuplanung erforderlich. Weiterhin sehen die Autobahngegner die Gefhrdung von landwirtschaftlichen Betrieben, die fr den Verlust von Pachtflchen keinen Ausgleich erhalten, als gravierenden Mangel der Planung an. Es ist in der heutigen Zeit nicht nachvollziehbar, wenn ohne Not Existenzgrundlagen fr mehrere Familien zerstrt werden, erklrte der BUND-Sprecher abschlieend und bot den betroffenen Landwirten und ihren Familien Untersttzung an.

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