Ruhig Blut: Dem Bluthochdruck wird der Kampf angesagt

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Ziegenhain. Neue Kathetertechnik am Asklepios-Klinikum verspricht hohe Erfolgszahlen.

Schwalmstadt. Weltweit leiden rund eine Milliarde Menschen unter Bluthochdruck. Allein in Deutschland ist rund die Hälfte der Erwachsenen davon betroffen und weist damit den höchsten Anteil europaweit auf. Die Gefahren bei dieser Erkrankung sind erheblich: Organe wie das Herz, die Gefäße, das Gehirn, die Augen und die Nieren werden geschädigt. Wird die arterielle Hypertonie, wie Bluthochdruck auch genannt wird, nicht rechtzeitig erkannt, kann das deshalb zum Tod führen.

Seit über einem Jahr behandelt die Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie am Asklepiosklinikum in Ziegenhain Patienten mit einem schwer einstellbaren hohen Blutdruck mit einer neuartigen Kathetermethode, der sogenannten renalen Denervation – das ist nordhessenweit einzigartig. "Normalerweise ist die medikamentöse Einstellung des Bluthochdrucks nur anfänglich mit häufigeren Arztbesuchen verbunden und ermöglicht dann ein normales Leben mit üblichen Kontrollen. Wenn jedoch medikamentös die Einstellung des Blutdrucks nicht funktionierte, waren Patienten bisher vielen Arztuntersuchungen und auch teilweise lebenseinschränkendem Verhalten ausgesetzt, was auch Einschnitte im Alltag bedeutete", sagt Chefarzt Dr. Matthias Schulze. Mit dem neuen Verfahren habe die Klinik im vergangenen Jahr bereits über 40 Patienten mit sehr gutem Erfolg behandelt.

"Problematisch ist, dass ein hoher Blutdruck lange Zeit unerkannt verlaufen kann und erst auffällt, wenn Organschäden aufgetreten sind. Wichtig ist dabei eine frühzeitige Diagnose und Therapie", sagt Dr. Schulze.

Es habe sich aber gezeigt, dass eine größere Anzahl von Patienten, trotz einer Therapie mit mehreren verschiedenen Medikamenten, immer noch erhöhte Blutdruckwerte hab. Und genau für diese Patienten ist die neue Kathetertechnik mit dem Namen renale Denervation bestimmt.

"Dabei werden Nervenfasern der Niere, die für die Entstehung von Bluthochdruck mitverantwortlich sind, durch­trennt. Dieser Eingriff wird über einen speziellen Katheter mit Hilfe von Hochfrequenzstrom-Energie vorgenommen", gibt Schulze Einblick in das neuartige Verfahren und liefert die vielversprechenden Zahlen gleich mit: "In rund 80 Prozent der Fälle sinken die Blutdruckwerte innerhalb von drei bis zwölf Monaten." Der Eingriff selbst sei komplikationsarm und würde von den Patienten in der Regel sehr gut toleriert.

Nach dem Eingriff müssen die Patienten aber vorerst weiter ihre Medikamente nehmen. Die Blutdruckwerte werden regelmäßig mit einer ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung kontrolliert. Wichtig sei dabei auch eine gute Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten und weiteren Spezialisten.

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