Saupreise zum Weglaufen

Von JOCHEN SCHNEIDERSchwalm-Eder. Was Verbraucher derzeit mit Freude zur Kenntnis nehmen, bringt etwa 150 heimische Betriebe schwer in die Bredouille.

Von JOCHEN SCHNEIDER

Schwalm-Eder. Was Verbraucher derzeit mit Freude zur Kenntnis nehmen, bringt etwa 150 heimische Betriebe schwer in die Bredouille. Die Schweinehalter sind ein Hauptzweig der Landwirtschaft im Schwalm-Eder-Kreis und sie kmpfen ums berleben.

Mehrere Hfe befinden sich bereits am Rande des Ruins, viele knnen die Talfahrt der Preise nur mit zustzlichen Krediten berstehen. Der Schweine-Zyklus befindet sich am untersten Rand des Ertrglichen. Ein berangebot sowie horrende Preissteigerungen fr Futter und Energie sorgen fr Frust. Auch bei Familie Volze aus Singlis.

200 quietschfidele Zuchtsauen und Ferkel tummeln sich unter hygienisch lupenreinen Bedingungen, aber auch Landwirt Martin Volze wei nicht, wie lange er das noch durchhlt. Er sagt: Mit den Erlsen kann ich derzeit Futter und Energie bezahlen sonst nichts. Arbeitslhne fr eine Teilzeitkraft und den Auszubildenden sowie Zins und Tilgung fr die Stlle knne der Familienvater vom derzeit schlechten Erls nicht decken.

So geht es derzeit allen Schweinehaltern, wei Dr. Bernd Wenck, Geschftsfhrer des Kreisbauernverbands. Er sagt auch: Dafr ist das Kilo Gehacktes derzeit schon fr 2,50 Euro im Sonderangebot zu haben. Der Verbraucher profitiere also vom tiefen Tal der Schweinepreise, wie es zuletzt 1999 vergleichbar der Fall gewesen sei. Die Umorientierung ist laut Volze eine heikle Sache: Die Betriebe sind hochspezialisiert und gerade wer Ferkel produziert, muss mindestens zwei Jahre im Voraus Planen.

In zwei Jahren siehts aber womglich wieder ganz anders aus. Denn: In guten Zeiten erweitern viele Betriebe, schaffen dadurch ein berangebot, in schlechten entwickelt es sich umgekehrt. Dieser Zyklus ist lange bekannt, aber nicht das eigentliche Problem. Vielmehr machen die Futter- und Energiepreise den Landwirten mit Schweinehaltung zu schaffen. Was frs Futtergetreide und -soja verlangt wird, hat sich innerhalb des Jahres 2007 verdoppelt. Energiekosten sind innerhalb von drei Jahren um 100 Prozent gestiegen.

Dr. Wenck: Ein Mster kann in schlechten Zeiten sagen, ich lass den Stall leer stehen, ein Zchter nicht. Dabei gebe es zwar bundesweit, aber in Hessen keine berversorgung. Nur 40 Prozent des in unserem Bundesland bentigten Schweinefleisches wird auch hier produziert. Das berangebot schwappt vom Weltmarkt herber. Dr. Wenck: Und der ist schwer kalkulierbar.

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