Schlachten werden am Schreibtisch geschlagen

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Fritzlar. Ein Kommentar von unserem Redakteur Andreas Bernhard.

Noch einmal Stillgestanden. Noch einmal schlägt der Tambour einen Marsch. Ein letzter Salut. Feierlich endete am Dienstag die Geschichte der Luftbeweglichen Brigade 1 mit Sitz in Fritzlar.Sichtbares Symbol des Endes dieser Ära war das Einrollen der Truppenfahnen. Diese zogen einst mit in die Schlacht. Heute stehen sie im Büro des Kommandeurs. Passend, denn die entscheidenden Schlachten der Bundeswehr werden heute nicht im Feld, sondern an den Schreibtischen geschlagen.

Von dort stammt auch die Neuausrichtung der Bundeswehr und mit ihr zahlreiche organisatorische Veränderungen. Für Fritzlar bedeutet das: Die Kampfhubschrauber bleiben, werden aber der nun der neuegeschaffenen Division Schnelle Kräfte (DSK) mit Sitz in Stadtallendorf unterstellt. In seiner Abschiedsrede an Soldaten und Gäste erinnerte Generalmajor Benedikt Zimmer noch einmal an die "Pionierarbeit" die geleistet wurde. So habe die "revolutionäre Idee" der Zusammenführung von Heer und Fliegern den Streitkräften zu neuen operativen Fähigkeiten im Auslandseinsatz verholfen. Gleichzeitig sei aber auch ein "mentaler Wandel" begonnen worden, um die unterschiedlichen "Unternehmenskulturen", so der General, der jeweiligen Kräfte zu Land und in der Luft zusammenzuführen. Jeder der die Bundeswehr kennt weiß: Keine leichte Aufgabe.

Dem neuen Kommandeur, Brigadegeneral Reinhardt Zudrop oblag es schließlich, die Soldaten auf die "neuen Wege" einzustimmen: Hubschrauberkräfte, Fallschirmjäger und Spezialkräfte könnten in der DSK ein schlagkräftiges Team bilden, beschwor er seine Truppen. Es gelte daher nicht in der Vergangenheit zu verharren. Ein wichtiger Rat, da die letzte Schlacht am Schreibtisch sicherlich noch nicht geschlagen ist.

Foto: Iurii Sokolov - Fotolia.com

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