Schulhof wird grüner: Spangenberger Burgsitzschüler packten kräftig mit an

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Steine muessen frischem Gruen weichen: Das Konzept dazu stammt vom Landschaftsgaertner Heinrich Benjes.

Spangenberg. Pflastersteine abheben, Sand lockern, Beton anrühren, das waren Arbeiten, die Schüler der Burgsitzschule in der vergangenen Woche auf

Spangenberg. Pflastersteine abheben, Sand lockern, Beton anrühren, das waren Arbeiten, die Schüler der Burgsitzschule in der vergangenen Woche auf sich nahmen, um gemeinsam aktiv einen bewegungsfreundlichen Schulhof zu schaffen. "Wir sind total überwältigt vom Engagement", so Schulleiterin Sieglinde Strieder.

Klettern, entdecken und träumen

Die Idee, einen Teil des großen Schulhofs in einen naturnahen Bereich umzuwandeln, entstand bereits im vorigen Jahr. "Wir möchten unseren Schülern noch mehr Gelegenheit geben, sich in den Pausen an der frischen Luft zu bewegen und damit den Kopf frei zu bekommen, um anschließend im Unterricht besser mitarbeiten zu können", erklärt die Schulleiterin die Grundidee.

Besonders die jüngeren Schüler möchten in den Pausen klettern, laufen, springen, kriechen, sich verbergen, ausruhen, träumen, beobachten, entdecken, sammeln, suchen, ihre Welt bebauen, gestalten und verändern. Dies alles ist wichtig für eine gesunde Entwicklung der Kinder und Jugendlichen und fördert Fähigkeiten und Fertigkeiten, Beweglichkeit, Kreativität und Selbstsicherheit und schafft dazu ein freundliches Verhalten in der Gruppe.

"Schule soll ein Ort sein, an dem man sich gerne aufhält. Gemäß diesem Grundsatz ist in den letzten Jahren viel Geld in die Gestaltung der Unterrichtsräume geflossen. Auch unseren Schulhof verstehen wir nicht nur als Aufenthaltsfläche, sondern als Teil unseres schulischen Lebensraumes", betont Strieder. So wird auch ein "grünes Klassenzimmer" entstehen, das im Unterricht genutzt wird.

Das Konzept für den neuen Schulhof hat eine Arbeitsgruppe entwickelt, in der  Schüler, Eltern und Lehrer mitgearbeitet haben. Um den eigenen Erfahrungshorizont zu erweitern, lud die Gruppe im März dieses Jahres Heinrich Benjes ein, der bekannt ist als Gründer der Holunderschule, eines Arbeitskreises, der seither in Deutschland, Belgien und Luxemburg über neunhundert Schulhöfe und Spielplätze nach dem Modell der Holunderschule umgestaltet hat. Sein Vortrag machte deutlich, dass bei der Planung die Vielfältigkeit des Geländes im Vordergrund steht.

Ermutigt durch den Vortrag beschloss die Arbeitsgruppe, auf die Mithilfe eines Landschaftsplaners zu verzichten und das so gesparte Geld lieber in die eigentliche Gestaltung zu investieren. Unter der fachkundigen Leitung von Lehrer Eduard Schäfer entstand ein Konzept, das bei allen schulischen Gremien Zustimmung fand, das auch den Schwalm-Eder-Kreis als Schulträger überzeugte und das nun von der Schulgemeinde gemeinsam umgesetzt wird.

EXTRA INFO

Die Holunderschule

Die Holunderschule ist ein pädagogisches Konzept zur naturnahen Gestaltung von Schulhöfen und Spielplätzen von Kinderkrippen, Kindergärten  und anderen Kinder- und Jugendeinrichtungen des Landschaftsgärtners Heinrich Benjes.

Das Ziel ist, Kinder in einer naturnahen Atmosphäre mit Pflanzen vertraut zu machen. Ein wichtiges Gestaltungsmoment ist das spielende Kind selbst.

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